Und dann war plötzlich alles anders ….

Wir wachsen mit der Vorstellung oder dem Wunsch auf , wir könnten uns irgendwie auf unser Baby oder das Leben mit einem Baby vorbereiten. Wir haben Pläne und malen uns aus wie es mit diesem kleinen Wesen, welches sich zu diesem Zeitpunkt noch im Bauch befindet, sein wird. Wie „es“ sein wird und irgendwie auch wie wir „es“ gerne hätten.

Des Weiteren kommt dazu, zumindest war dies bei uns so, dass unsere Gesellschaft sich nicht wirklich traut darüber zu sprechen, wie es sich mit einem Neugeborene wirklich anfühlt, was für Gefühle in einem ausgelöst werden. Ich hatte im Kopf, ja es kann anstrengend werden ABER Kinder sind einfach nur toll, süß und wenn etwas nicht läuft wie wir uns das wünschen, braucht es etwas Konsequenz und wir beeinfluss durch unsere Konditionierung (von Belohnungen und Bestrafung) ihr Verhalten, so dass dieses Baby sich in unsere Gesellschaft perfekt eingliedern kann… „hey ich bin Erzieherin und Sozialarbeiterin“ also bestens vorbereitet (dachte ich mir).

Tja und dann kam der Tag der Tage und plötzlich warst du da…3 Wochen zu früh, hattest starke Gelbsucht, warst zu schwach zum trinken und hast nur geschrien….Tag und Nacht…..wir haben Ratschläge befolgt, die ich heutzutage nie mehr anwenden würden. Wir waren am Boden, hilflos, verzweifelt und ohnmächtig. Ich war noch nie so überfordert, kraftlos und fühlte mich allein wie in diesen ersten Monaten mit unserem Baby.

Früher haben meine Mann und ich uns immer wieder aufgefangen und jetzt waren wir beide am Anschlag. Kein Gefühl mehr von Glück und Freude sondern einfach nur die Worte „wie sollen wir das überleben, ich kann nicht mehr“

Es brach einfach alles zusammen und ich funktionierte nur noch. Trug dieses kleine Bündel in der Trage und lief und lief und lief. Zur Krönung brach die Ursprungsfamilie auch noch weg, weil endlich die Illusion von „wir ha en uns alle so lieb, stehen zusammen und geben uns halt“ aufflog, ein perfektes Konstrukt was aber nichts mit der Realität zu tun hatte.

Also saß ich da, am Boden, mein Sohn in meinen Armen und weinte. Fühlte all den Schmerz der in mir war, die Tränen, die schon lange bereit waren endlich abfließen zu dürfen, wurden sichtbar und ich entdeckte langsam eine Kraft die sich immer mehr in meinem Körper ausbreitete….und dies war der Moment in dem ich langsam wieder zu mir fand. Ich würde sagen, es war auch die Geburt der Liebe zu mir selbst, aufgrund dessen, dass ich zum ersten Mal spürte was bedingungslose Liebe ist. Wie kraftvoll, mächtig und was sie im Stande ist alles bewirken und verändern zu können.

Also akzeptierte ich alles wie es nun mal ist und das war der beste Entschluss, den ich in diesem Moment hätte treffen können. Das heißt tragen immer und überall, schlafen wenn das Baby schläft, Medien liefen nur noch über die Kopfhörer, wenig bis kein Besuch und über ein Jahr keine Autofahrten, außer die die unbedingt nötig waren. Die Erkenntnis daraus war: Unser Kind ist wie es ist. Ich nehmen den Moment an und mache das absolut Beste daraus💓

Dass wir ein „high need Baby oder auch gefühlsstarkes Kind“ haben, erfuhr ich erst später über eine Freundin, weshalb ich nun endlich verstand warum unser Baby so ist, wie es nun mal ist …. aber was das bedeutet…erzähle ich im beim nächsten Mal ♥️

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