In Wahrheit sind wir einsam, so richtig einsam!

„Du denkst du bist zufrieden und führst ein glückliches Leben und brauchst all das was ich hier schreibe gar nicht? Keiner kann dich mehr verletzten und wenn doch dann macht es dir überhaupt nichts aus? Schuld sind eh „immer“ die Anderen, dein Partner, deine Kinder usw.? Du bist, wie du bist und jeder andere hat damit klar zu kommen, weil es dir egal ist? Weil er es entweder akzeptiert oder aber gehen kann? Weil unsere „Wegwerfgesellschaft“ uns beigebracht hat, dass man Menschen nun mal ersetzt, wenn sie einem nicht mehr dienlich sind oder unangenehm werden? Und du denkst das ist das Leben und dein Verhalten wäre ok?“

Dann kann ich dir gratulieren und dir sagen, da haben deine Eltern hervorragende Arbeit geleistet. Du sitzt in deinem Gefängnis und die Mauern um dich herum sind so groß, dass du nicht einmal zwischen deinem „künstlich erzeugtem Ich“ und deinem „wahrhaftigem Ich“ mehr unterscheiden kannst, weil die Verletzungen die du erlitten hast so schmerzhaft waren, dass Du nicht einmal mehr du bist und erst recht dich nicht mehr fühlen kannst.

Dein inneres Kind hast du weg gepackt in den Keller ganz tief unten sitzt es in einem Verlies und hat die Hoffnung aufgegeben, dass du es jemals wieder besuchen kommst. Es ist nicht einmal mehr traurig oder frustriert. Es hat resigniert und du schimpfst lieber auf das Leben, auf dieses scheiß System, auf die aktuelle Krankheit, auf die Arbeit, die Menschen, Kinder oder was dich sonst noch alles an deiner Umgebung stört. Oder du nimmst alles hin, weil du eh nichts ändern kannst und dem Leben ausgeliefert bist?Aber wenn ich dich fragen würde, wie es dir geht? Würdest du vermutlich lächeln und sagen „Prima, alles gut.“

Die meisten würden es dir glauben und sich kein bisschen darüber den Kopf zerbrechen, wie es einem anderen wirklich geht. Ich kann das nicht. Aufgrund dessen, dass ich im Laufe meiner Kindheit eine „Hochsensibilität“ entwickelt habe, kann ich fühlen was du fühlst und sagen wir es genauer, ich fühle durch deinen Schutzmechanismus (der versucht dich vor den negativen Gefühlen die dir Schmerz bereiten könnten zu bewahren.) hindurch. Früher hatte ich oft das Gefühle „ man was ist mit mir falsch, ich spüre doch ganz genau, dass es diesem Menschen nicht gut geht. Warum spricht er nicht mit mir? Vor was hat er so große Angst?“ wie das geht, willst du wissen?

Es ist für mich, so leicht, zu fühlen was du vor mir verbergen möchtest denn ich spüre deine Energie die du aussendest. Ich sehe deine Mimik und Gestik und versuche das mit dem zu kombinieren was du sagt und tust. Beschreiben möchte ich es so….

Wir haben zwei Selbstbilder von uns kreiert. Eines das die Gesellschaft sehen will, was aus deren Augen anerkannt und richtig ist. Welches in dem du zu funktionieren hast und ein zweites das tief darunter verborgen liegt und dennoch mit schwingt. Die Last, die Schwere, die Trauer, die Einsamkeit, die Unzufriedenheit usw. mit all deinen Glaubenssätzen: „ ich bin nichts Wert, ich werde nicht geliebt, niemand mag mich, ich bin alleine und einsam, ich darf nicht zeigen wer ich wirklich bin, mich mag niemand, du musst, du darfst nicht, ich bin ein schlechter Mensch, ich bin dumm, ich bin hässlich, ich darf niemanden trauen, Menschen sind gefährlich, ich muss stark und darf ja nicht schwach sein usw.“

Dieses kann ich fühlen. Meine Spiegelneuronen sind hervorragend ausgebildet und wenn dann das was der andere Mensch sagt nicht mit dem was er tut übereinstimmt. Kommen sofort Gefühle in mir auf die sagen, stop da stimmt etwas nicht. Dieser Mensch ist nicht ehrlich. Entweder er belügt sich selbst und glaubt dies oder er traut sich nicht mir die Wahrheit zu sagen und schon kreieren wir etwas, dass nur zum scheitern verurteilt ist…..

Eigentlich schade oder? Klar die Wahrheit tut weh und manchmal braucht es etwas Zeit um darauf reagieren zu können, um nachzuspüren ob die Aussage des Anderen mit der eigenen Stimme in Resonanz geht oder eben nicht. Dann kann ich ihm herzlich danke sagen und weiß, dass diese Aussage nichts mit mir zu tun hat.

Ganz ehrlich ich liebe mittlerweile meine Ehrlichkeit, meine radikale Ehrlichkeit zu mir selbst, denn nur so konnte ich mich bis heute weiter entwickeln und ich danke den Menschen die so mutig sind mir ihre Wahrnehmung von dem was sie in mir oder meinem Verhalten wahrnehmen auszusprechen. Ein paar von diesen Menschen gibt es in meinem Leben und die radikalsten sind mein Mann und unsere Kinder, die dies ganz offen kommunizieren. Ich bewundere jeden Menschen der den Mut hat mir das zu sagen und gleichzeitig fehlt er mir selbst. Da mir bewusst ist, dass das was ich wahrnehme niemand hören will.

Es ist anstrengend und nervig, unbequem, weil wir ab dem Moment ab dem ich dies aussprechen werde, du dich fast dazu verpflichtet fühlst etwas ändern zu müssen. Weil wir es ja nicht so stehen lassen können, wenn wir es als Worte in die Welt verschickt haben. Aber das ist dein „innerer Richter“, „Wächter“ oder „Perfektionist“ der sich meldet und nicht du der eine klare Entscheidung getroffen hat was du mit meinen Worten anfange möchtest sondern „Zack“ hat dein Schutzmechanismus eingesetzt ohne dass du es bemerkt hast.

Ja unsere Psyche ist ein Fuchs , weshalb wir uns selbst vermutlich niemals wirklich auf die Schliche kommen werden, wenn wir uns nicht dafür entscheiden auszusteigen und einen anderen Weg des Bewusstseins gehen zu wollen. Unsere Eltern waren uns gegenüber nicht wahrhaftig, also konnten wir uns nicht wahrhaftig ihnen gegenüber zeigen oder sein, weil wir dachten, dass sich das so gehört. Wir spielten das Spiel mit und dann wird dieses Spiel, das Spiel des Lebens welches ein ganzes Leben lang geht. So lange wir uns nicht finden, werden wir uns immer einsam und verlassen fühlen.

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