„Du denkst, das macht man so?Du denkst, da muss man halt durch?“

„Du denkst da muss dein Kind nun mal durch, weil es keine andere Entscheidung gibt? Weil alle anderen es auch so machen? Weil es dazu gehört? Weil man dies halt so macht? Weil die Politik das Beste für uns will und an dich und dein Kind denkt?“

Dann frage ich dich ob du wirklich wahrhaftig und bewusste Entscheidungen triffst, weil du dich dafür oder dagegen entscheidest oder werden die Entscheidungen in dir getroffen? Also in dir?

Waren es nicht immer die Menschen die anders gefühlt und gedacht haben die die Welt verändert haben. Die den Mut hatten gegen die Masse anstatt mit dem Strom zu schwimmen. Die an ihr Herz anstatt an ihren Verstand geglaubt haben oder was denkt ihr wie das im zweiten Weltkrieg ablief? Wohin all die Züge voll mit Menschen fuhren und leer zurück kamen und angeblich niemand Bescheid wusste? Weil alle unwissend bleiben wollten? In der Soldaten die Fahnenflucht begangen haben hingerichtet wurden? Menschen erschossen weil sie nicht in der DDR bleiben und für ihre Freiheit ihr Leben ließen? Also wo und was daran ist denn bitte gerecht und zum Wohle der oder des Menschen?

Spürt ihr das Trauma das in euch lebt, das nicht handeln können, das nicht denken wollen und erst recht nicht die Hilflosigkeit und Ohnmacht in unserem Körper zu spüren das uns tagtäglich zusetzt? Und weil wir dies alles am eigenen Leib erfahren haben, müssen das nun unsere Kinder auch? Und das alles, weil ihr euch bewusst dafür entscheidet oder weil „es“ es entscheidet? Ja es!

Kennt ihr Gollum aus Herr der Ringe. Dieses kleine hässliche voller Gier und Neid besessene Wesen. Das auf der einen Seite so unglaublich brutal und man im nächsten Moment tiefstes Mitleid mit ihm mit empfinden kann? Kennt ihr ihn? Könnt ihr ihn fühlen? Eigentlich sollte es euch sehr bekannt vorkommen, denn dieses Wesen lebt in dir. Es ist das was du fühlst, oder es dich fühlt, was dich denken und handeln lässt. Aufgrund seiner Angst, aufgrund seiner Ohnmacht, aufgrund seiner Hilflosigkeit, aufgrund seiner Scham nicht gut genug zu sein. Du versuchst deinem Schmerz zu entkommen und lebst ein Leben der Illusion weil du die Wahrheit nicht sehen kannst oder nicht sehen willst. Deshalb läufst du unbedacht durch die Welt und denkst das ist das Leben. Du läufst während du denkst, während du auf dem Handy schreibst oder liest und bist davon überzeugt, das fühlt sich richtig an weil man es eben so macht. Weil alle es so machen und das gibt uns wiederum im Innen die Sicherheit. Eine Sicherheit die es nicht gibt weil im Außen nichts sicher sein kann. Da es auf Vorstellungen basiert die nur in deinem Kopf leben und du es dir „vor“ stellst weil die Realität für dich nicht aushaltbar ist? Wir sind perfekt abgerichtete und konditionierte Wesen die darauf reagieren was man ihnen als Leckerlie vor die Nase hebt. Wie ein Esel immer der vor sich hängenden Karotte hinterher läuft.

Ihr gebt eure Kinder in Einrichtungen in denen ihr wisst, dass es ihnen nich gut geht und nicht gut tut. Sie dies aber noch nicht mitteilen können weil ihnen die Sprache fehlt und das Verständnis für ihre Emotionen. Ihr dadurch mit eurem schlechten Gewissen konfrontiert werdet und Ausreden sucht warum und weshalb ihr nicht zuhause bleiben könnt? Geht es euch wirklich um euer Kind? Habt ihr euch ganz bewusst dafür entschieden euer Kind in diese Einrichtung zu geben, weil euer ganzes Herz sagt ja, ja genau. Das ist das passende für unser Kind. Da wird es aufblühen und sich wohl fühlen oder geht es dabei mal wieder wirklich nur um „es“. Das Angst hat etwas zu verpassen? Das ein Haus braucht um etwas zu sein? Das Geld benötigt um es sich „gut gehen lassen zu können und dafür muss man nun mal Opfer bringen“. Ihr wisst dieser kleine Gollum der schreit und um sich schlägt weil es nicht nach seinen Wünschen und Vorstellungen geht. Weil es nun mal erwachsen geworden ist und Verantwortung übernehmen sollte für das kleine Wesen das da neu in diese Welt geschlüpft ist und das keine Ahnung von dem hat was in dir als Mama oder Papa schlummert? Was in dir gesehen, gehört und gefühlt werden will. Weshalb du dein eigenes Kind unwissend bestrafst um dein Leid nicht an die Oberfläche kommen zu lassen. Warum? Wieso?

Du lebst ein Leben, das deiner Vergangenheit entspricht, das all deine Prägungen enthält. Das alt ist und nicht neu. Dass, das einmal war aber nicht mehr sein sollte. Das nicht mehr ist und du es nicht sehen willst? Ja das tut weh das zu lesen. Ja das ist unangenehm und holt viele Gefühle in dir hoch die du nicht fühlen willst. Kannst du dich auf dein Kind und auf den Moment einlassen?

Ist dir klar, dass dein Kind einzig und allein aus Gefühl besteht, aus dem Moment aus dem hier und jetzt? Und du nichts anderes sein und geben musst als da zu sein. Es zu sehen, ihm zuzuhören und zu umarmen wenn es dich braucht? Der Fels in der Brandung oder der Leuchtturm in der Nacht, der das Boot sicher in den Hafen begleitet? Das Rettungsseil in das wir fallen können wenn wir abstürzen oder Augen, die einen mit tiefem Mitgefühl und Offenheit anschauen wenn wir mal wieder so richtig schön Mist gebaut haben und Arme die einen einfach nur halten.

Das Leben besteht nicht aus dem was du erreicht hast aus Leistung, Geld und Macht, das freut einzig und allein dein „inneres Kind“. Denn das Herz lässt sich nicht kaufen und Glück lässt sich nicht bestechen. Du wirst nicht glücklicher in dir sein nur weil du deinen Traumjob erworben hast den du machst um andere Menschen beeindrucken zu können oder Geld verdienst um anderen zeigen zu können wo du alles in den Urlaub hinfliegen und was du dir alles leisten kannst oder von zuhause weg sein zu müssen um deinem Alltag zu entfliehen. So lange das „Es“ in dir lebt kannst und wirst du niemals glücklich werden. Weil es „dich“ keine Entscheidungen treffen lässt. Es zieht an den Fäden und du bist die passende Marionette.

Wisst ihr, das Leben, besteht aus den vielen wunderschönen kleinen manchmal auch „langweiligen“ aber unsagbar kostbaren und magischen Momenten. Zum Beispiel die Sonne die warm auf dein Gesicht scheint. Der Wind der dich liebevoll streichelt, die Ameise die ein riesiges Stück Blatt zurück in ihren Bau trägt und einfach nur staunen zurück lässt. Das Lachen und Funkeln der Kinderaugen die glitzern wie die Sterne in der Nacht. Eine kleine Maus die so vertieft in das Fressen seiner Nuss ist, dass es uns gar nicht einmal bemerkt und plötzlich, husch, unter einer Wurzel verschwindet. Zurück bleibt nichts außer einer kleinen kostbaren Begegnung die wir miteinander teilen konnten. Ein Moment den wir gemeinsam und doch irgendwie getrennt erlebt haben, der aber mein Herz bis ins Innerste berührt und meinen Körper erfüllt und wisst ihr was? Es ist still so unsagbar still in mir in meinem Kopf. Es gibt nur ein Gefühl und dieser wahrhaftige, schöne Moment.

Und das, weil mein „es“ zu meinem Schatz geworden ist. Weil ich ihr zuhöre, weil ich da bin wenn sie mich braucht, weil ich ruhig werde wenn es so richtig in mir zu stürmen beginnt. Weil ich ihre Angst kenne und sie entsprechend begleiten kann. Weil ich ihr all die Schmerzen die sie so lange hat tragen müssen abgenommen haben. Weil ich so unendlich dankbar bin, dass es sie gibt. Also dass es mich gibt und seitdem läuft mein Leben. Ohne dass ich kämpfen muss. Sondern ich darf sein, vertrauen und einfach nur leben. So wie es kommt, mit allen Höhen und Tiefen. Gefühle kommen, Gefühle gehen. Sie machen mir keine Angst mehr, denn ich weiß, dass ich jedes Gefühl überleben kann und es halten darf. Ganz ruhig in mir. Spürst du die Kostbarkeit des Augenblicks, der Ruhe, der Stille, des wahrhaftigen Seins? Ich genieße es, jeden Tag aufs Neue.

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