Narzissmus versus Selbstliebe

Die narzisstische Persönlichkeitsstörung ist klassifiziert und wird im DSM 5 als eine psychische Erkrankung aufgeführt.

Da wir nach Prof. Dr. Franz Ruppert in einer hoch traumatisierten Gesellschaft aufwachsen die ein gestörtes Bild zu sich selbst entwickelt hat, sind wir gar nicht im Stande „uns“ in uns selbst zu erkennen. Zu sehen was da in dir lebt. Deshalb bleibe wir lieber klein, unbedeutend, ruhig, nicht zu viel, nicht zu laut, ja nicht auffallend und stechen niemals aus der Masse hervor. Wir haben nicht Angst vor den Anderen, also ja das haben wir auch, aber besonders haben wir Angst vor der Kraft die sich in uns selbst verbirgt. Dieses kleine winzige Schatzkiste vergraben unter einem Berg voll Sand, Erde oder Kies. Tief unten liegt sie und wartet auf ihre Entdecker.

Habt ihr schon gemerkt, dass es oft die Menschen sind die irgendwann ihren „Reichtum“ entdecken die etwas riskieren, Durststrecken hinter sich bringen, sich auf ihr Ziel fokussieren, einen klaren Blick, keine Selbsttäuschung und eine klare Ausrichtung haben wo ihr Weg hinführen soll?

Aber nun, was unterscheidet einen Menschen mit einer narzisstischen Persönlichkeitsstörung von einem Menschen der für sich die Selbstliebe als wichtigen Wert entdeckt hat.

Während meiner Arbeit in der Psychiatrie habe ich einige dieser Menschen erleben und zum Teil an ihrem Leben Teil haben dürfen. Es sind Menschen die in sich selbst gefangen sind. Die in sich eine unendliche Leere und Verlassenheit empfinden die sie nicht fühlen wollen. Es ist die Stelle die eigentlich mit unendlich viel Liebe, Glück, Aufmerksamkeit, gemeinsamer Zeit, Talenten, Ressourcen mit dem “ das bin ich“ gefüllt werden sollte und nicht dem „das sollte ich sein um…..“ ja um was, “ um Mama glücklich zu machen, um Papas Wut zu entkommen, um etwas Liebe geschenkt zu bekommen, um gesehen zu werden, um zu fühlen, dass ich willkommen bin und es Menschen gibt die sich freuen, dass es mich gibt, für die ich wertvoll bin, die an mich glauben.“

Das alles gibt es aber nicht und wie jedes Bedürfnis das gestillt ist im nichts verschwindet und nur ein wohlwollendes und wohliges Gefühle zurück lässt, schiebt die Psyche alle Bedürfnisse die unerfüllt bleiben in eine extra Schublade mit dem Slogan“ wenn ich einmal groß bin, werde ich die Nummer eins in meinem Leben werden. Es wird sich nur noch um mich drehen, ich werde allen zeigen wer ich bin. Keine wird mich mehr klein machen, keiner wird sich mehr über mich lustig machen, keiner wird mich jemals mehr so verletzen wie ich es als Kind erfahren habe.“

Dies tun die Menschen nicht bewusst, das läuft alles im Unterbewusstsein ab aber es ist ihr Schutzmechanismus der allen Anderen die Schuld in die Schuhe schiebt und sie ja nicht zu nah an sie selbst ran kommen lässt. Immer alles auf Distanz.

Es gibt zwei Formen. Der offensichtliche Narzisst der aufgrund seiner Leistung, seines Wissens in eine Position befördert wurde in welche er andere unterdrücken und seine Macht ausspielen kann. Die ganz klar ihre Macht, ihre Position, ihre Unnahbarkeit ausnutzen um andere Menschen zu drangsalieren, manipulieren und dadurch ihren Willen durchgesetzt bekommen. Sie schaffen es aufgrund ihres Verhaltens Menschen regelrecht von sich selbst abhängig zu machen, weshalb es unsagbar schwer ist von diesen los zu kommen. Eine umgarnende die versucht, einem jeden Wunsch von den Lippen ab zu lesen und eine radikale, die dann hervorkommt wenn der Narzisst sich seiner“Kontrolle“ bewusst ist und diese nun ausspielt oder ausspielen kann. Wie eine Spinne deren Beute im Netz hängt sie aber nicht weiß wann und ob sie überhaupt gefressen wird.

Was viele aber nicht wissen es gibt noch eine zweite und viel schlimmere Variante und zwar der verdeckte Narzisst (die so genannte Täter/ Opfer Umkehr! )was häufig bei Frauen vor kommen. Meist zwischen Mutter und Tochter, weil es so subtil und ein undurchschaubares Spiel von außen ist. Frauen die öffentlich zu ihren Gefühlen stehen, auch mal in der Öffentlichkeit diese vertreten, anfangen zu diskutieren oder zu streiten sind “ zicken, unerzogen“ die nicht ernst genommen werden. Vielleicht hat sich auch dadurch diese verdeckte Variante ehr bei Frauen durchgesetzt.

Bei dieser überträgt die Mutter alle inneren Anteile, die sie selbst an sich nicht mag und ablehnt, auf ihr eigenes Kind. Aussagen wie “ ich meine es doch nur gut. Sei doch nicht so empfindlich. Kannst du auch mal locker sein, du bist doch sonst nicht so. Ach die schon wieder, ich sage es ihr immer wieder aber auf mich hört sie nun mal nicht. So eine Tochter/Sohn, die/der raubt mir den letzten Nerv. Jede Bitte lehnt sie ab obwohl ich sie nur darum gebeten habe mir etwas vom Einkaufen mit zu bringen. Undankbarkeit usw. Sie kommt und geht wann sie will. Sie sagt was sie will und Schuld sind eh immer nur die Anderen.“

So das ist nun ein kleines Bild das ich euch von der narzisstischen Persönlichkeitsstörung darstellen wollte. Es fehlt ihnen an Empathie, an sich einfühlen können, der Bewusstsein des eigenen Selbstwerts und des ich bin ohne irgendwas leisten oder sein zu müssen, gut. Kein ich bin wertvoll auch wenn ich nicht helfe oder irgendwas leisten und viel Geld und Reichtum mit nach Hause bringen muss sondern ich bin wertvoll weil ich einfach ich bin. Ein Mensch der geachtet, respektiert und geschätzt werden sollte trotz seinem ganzen Berg an Gefühlen die es eben gibt. Aber der Schrei in ihrem inneren der so viele unerfüllte Bedürfnisse und Wünsche hat ist unfassbar laut.

So Selbstliebe knüpft genau da an.

Wie soll ein Menschen für andere Menschen oder seine Kinder, seinen Partner , da sein ihm zuhören, ihn sehen, ihn erkennen, wenn dieser selbst nicht weiß wer da in ihm drinnen wohnt. Ja ich sehe deinen Körper, ich spüre deine Energie und meine Spiegelneuronen versuchen zu erfassen wie es dir geht aber mehr weiß ich nicht. Also ist es deine Aufgabe zu erkunden, zu entdecken, zu erforschen, wer du in Wahrheit bist und dann dich darum zu kümmern, dass dein Akku aufgeladen ist. Dass du in deine Kraft kommst, in dein sein. Eine Möglichkeit zu finden wie du mit dir und der Welt in Kontakt treten kannst auf eine Weise die wahrhaftig, ehrlich, nahbar, weich, sanft, innig, fließend, wohlwollend, greifbar, verständnisvoll, bewusst, klar, mit offenen Herztüren in die Begegnung zu gehen. Mit dir mit Anderen. Denn wenn du mitfühlend mit dir selbst bist. Nichts mehr musst sondern sein kannst wer du bist. Dürfen das auch die Menschen im Außen. Sich zeigen wer oder was sie sind ohne funktionieren oder sich für dich verändern zu müssen.

Du bist Liebe, pure und reine Liebe die in diese Welt fließen und Wunder vollbringen will, nur hast du es irgendwann, irgendwo auf dem Weg hier her ……. vergessen und nun fehlt sie dir. Du bist was du über dich selbst zu wissen glaubst und alles darauf aufbaust sowie deine Wahrnehmung danach ausrichtest. Du hast die Verantwortung und niemand anderes sonst.

Das ist der Ruf des Lebens.

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