Jede Krise, kann ein Neuanfang sein.

Ich denke, das wird heute einer der ehrlichsten und hingebungsvollsten Beiträge die ich machen werde, weil ich euch mitnehme in meine innere Welt in das was in uns ist, lebt oder überlebt hat.

Insgesamt habe ich bereits fünf Psychotherapien erfahren oder erleben dürfen. Vier alleine und eine mit meinem Mann zusammen. Dazu kommen sehr viele Bücher, Hörbücher und Podcasts die ich regelrecht in mich aufgesaugt habe.

Alle haben mich einen Stück meines Weges von ganz psychisch krank, in dem eine Stimme im Kopf die komplette Kontrolle über meinen Geist übernommen hat, über die Hilflosigkeit, in Form von „ich schaffe es so nicht in dieser Welt zu funktionieren, ich weiß nicht wie das geht“ zu ganz ganz vielen Aha Momenten geführt. Von „ich bin an allem wie es ist schuld, nur ich müsste mich ändern damit es mir endlich gut geht und ich verstehe wie dieses Leben funktioniert“ zu „mit mir ist alles in Ordnung, ich bin gut, richtig und vollkommen wie ich bin, nur wurde ich leider in ein krankes Familiensystem geboren. In dem ich keine andere Chance hatte als krank zu werden, weil ich nun einmal von Natur aus mit einem sehr authentischen, offenen, liebenden Herz geboren wurde, das verstehen, lernen, greifen und begreifen will.“ Ich kann mich weder verstellen noch gut funktionieren. Ich kann dies nicht.

Es tauchten Fragen in mir auf „Warum und weshalb die Dinge so sind wie sie sind? Warum ich so fühle wie ich fühle? Warum Tatsachen verschwiegen werden, ich Gegebenheiten nicht ansprechen soll oder sie verleugnet werden, wenn ich sie als Kind ansprach, wovon ich überzeugt war, dass sie richtig waren aber es sich für einen erwachsenen Menschen schmerzhaft angefühlt hat. Es gab und gibt so viele Fragen und keine Antwort darauf, weil es weh tut, weil es nicht ausgesprochen werden darf, weil es nicht sein darf, weil es sonst Realität wird und wenn dies passiert, glaubt das Kind in uns dass es sterben muss. Das ist Angst, das ist Todesangst die in jedem von uns sitzt. In dir, in mir aber besonders in unseren Eltern. „Ich werde das nicht überleben können, das bringt mich um“ sind die Sätze die oft hinter dem Gefühl von Angst und Ohnmacht stecken.

Sätze wie “ das halte ich nicht aus, es ist zu viel, zu laut, zu nah, zu stressig, ich muss das und dass ändern weil sonst….., bitte hör damit auf sonst, du nervst, ich drehe gleich durch, du musst damit aufhören weil du mir damit weh tust usw“ Kennst du diese? Hörst du sie manchmal?

Seid nun fast zwei Jahren kreist mein Leben sehr viel um Trauma. Die Therapien vorher waren ok. Aber das, plus meine Ausbildung zur systemischen Therapeutin die ich vor den Kindern begonnen habe, sind mit der Schlüssel zu dem Leben in dem ich gerade stecke. Und jedes Mal wenn ich denke, wow wie viel hast du bereits geschafft liebe Isi bricht alles zusammen.

Regelmäßig bricht meine ganze Welt zusammen, immer wenn ich mir sicher bin ich wüsste wie diese Welt funktioniert, wenn ich glaube ich wüsste wer ich bin, wenn ich denke, wer ich sein könnte …. entstehen zwischen meinem Mann und mir Spannungen die ich nicht mehr kontrollieren kann, in denen ich ein Szenario provoziere, alle Hebel und Knöpfe bei Tobias drücke um sein Trauma auszulösen und dann fliegt uns alles um die Ohren. Wir tun uns weh, so richtig weh indem wir alles in Frage stellen was uns verbindet und was wir geglaubt haben gemeinsam erschaffen zu haben und diese Wut die dabei aus dem Unterbewusstsein nach oben steigt ist so kraftvoll so zerstörerisch, dass sie alles umreist, alles kaputt macht, alles entwurzelt, was einmal schön achtsam gepflanzt wurde.

Dann stehen wir da, sind blind für dich und mich und uns und fühlen nur noch Schmerz. Fühlen die Hilflosigkeit, unfähig zu sein miteinander zu sprechen und sich so in Worte und Artikulierungen und Auslegungen von Sätzen zu verstecken, zu verrennen. Und uns entgleitet alles, wie Wasser das durch unsere Finger rinnt und je mehr ich versuche es in meiner Hand zu behalten umso schneller ist es weg. Wir bombardieren uns sprichwörtlich mit Worten und hoffen innerlich, dass es bald vorbei ist und wir als Sieger, weil es ja nun mal um Recht und Unrecht geht, vom Platz gehen. So in der Art „dem habe ich es mal wieder gezeigt“ und das nennen wir dann Liebe?

Diese Monster, dass sich zwischen uns aufbäumt und alle Worte, Sätze in sich aufnimmt und sie dem anderen ins Gesicht feuert mit einer ganz anderen Interpretation wie wir sie los gesendet haben und das Selbe kommt an einen selbst zurück. Das sind die Verletzungen aus der Kindheit. Dann gibt es keine Frau und keinen Mann mehr sondern du bist wie „meine Mutter, mein Vater“ und es fühlt sich genau so an. Und das alles so lange bis wir entweder vor Wut den Raum verlassen und flüchten müssen oder ich vor Erschöpfung und Stress, den ich innerlich nicht mehr regulieren kann schluchzend am Boden liege und das alles während die Kinder um uns herum sind.

Versteht ihr nun, das ist ein Trauma. Das passiert immer und immer wieder, weil der Schmerz im inneren die Wut, die Ohnmacht, die Angst so unendlich groß ist, dass es kaum möglich ist dort hin zu kommen. Das auszuhalten. Und nun…. stehe ich dazu und sage euch, dass ich eigentlich absolut keine Ahnung habe wer ich bin. Dass ich glaube ich zu sein aber das auch nur um ein kleines bisschen Sicherheit im Außen zu spüren, dass ich genüge. Dass ich als Kind alleine und verlassen war, nicht genügen und nichts recht machen konnte. Ich kleines Wesen für meine Tränen ausgelacht wurde, das da stand und irgendwie versucht hat zu überleben, nicht richtig war, nicht gut genug und fast für alles die Schuld bekommen hat.

Weil mir meine Gefühle wie bei unseren Kindern im Weg waren. Weil es zu…….. war? Weil niemand für unsere Beziehung die Verantwortung übernommen hat, außer ich als Kind. Weil ich diese Last niemals tragen konnte, weil ich bis heute nach Verbindung und nach bedingungsloser Liebe suche, mir selbst und meiner Wahrnehmung nicht traue. Ich mich in dieser Welt alles andere als wohl fühle, weil ich nicht weiß wie ich mit Menschen umgehen soll. Was Grenzen sind, dass ich diese haben darf und wie ich meinen Kindern beibringe sie einzuhalten. Weil ich dastehe und keinen blassen Schimmer habe wer da in mir lebt. Wer ich bin? Was ich bin?

Ein Mensch, ein Mensch der eigentlich ganz gerne lebt, der die Natur und die Tiere liebt. Dem seine Kinder und sein Ehemann alles bedeuten. Die mit sich selbst eigentlich ganz zufrieden sein kann. Ich mittlerweile auch sehr gerne alleine bin ohne das Gefühl zu haben versagt zu haben. Denn wenn man alleine ist und keine 500 Freunde auf Facebook hat ist man ein Loser? Weil ich mit mir mittlerweile ganz gut etwas anfangen kann und merke was für eine Vielfalt und Qualität in mir steckt, die ich bis jetzt noch nicht erkannt und kennenlernen durfte. Weil es noch so unendlich viel in mir zu entdecken und auszukundschaften gibt. Aber ich fühle mich klein und unsicher. Ständig habe ich Angst Fehler und etwas falsch zu machen, weil sich alles noch so neu anfühlt. Abgelehnt und ausgeschlossen zu werden.

Und genau deshalb glaube ich, dass dieser Blog und das was ich schreibe zum Teil Selbstbetrug oder Selbstsabotage meines eigenen Verstandes ist. Euch sagen zu wollen zu wissen wie die Welt, die Menschen, die Kinder oder unsere Psyche funktioniert. Das ist Quatsch. Denn wenn ich ganz ehrlich bin weiß ich es selbst nicht. Ich habe sehr viel in meinem Leben zerstört. Bin sehr oft geflohen, weil ich einfach nur Angst hatte und habe mich über Menschen gestellt weil ich dachte ich wüsste es besser und darauf habe ich keine Lust mehr. Das ist ein Spiel, ein mieses Spiel indem man sich gegenseitig verletzt und etwas vorgibt zu sein, was man aber gar nicht ist. Das ist anstrengend und tut weh.

Ja nun stehe ich da und sage euch, ich weiß ehrlich gesagt nichts. Außer, dass ich alles verloren hatte und unendlich mutig bin gehe ich weiter voran, stehe hier….mitten im Prozess des Weges um mich vielleicht irgendwann einmal wieder selbst zu finden und mich in mir nach Hause holen zu können. Ob das gelingt, ich hoffe es aber sicher weiß das glaube ich niemand. Und so lange wandere ich weiter auf dieser Welt umher, stoße Menschen von mir weg um meine inneren Glaubenssätze aufrecht zu erhalten, tue Dinge von denen ich überzeugt bin, dass ich sie brauche, weil man das halt in unserer Gesellschaft so macht und werde immer und immer wieder auf mich selbst zurück falle wenn ich mal wieder einer Illusion meiner inneren Welt hinterher renne, im Glauben daran das wäre ich.

Ja genau deshalb liegt mir dieses Thema so am Herzen, genau deshalb habe ich solch eine Sehnsucht danach darüber zu schreiben, weil ich glaube, dass es nicht nur mir und meinem Mann so geht sondern vielen anderen Menschen auch. Das Gefühl von „Kleingeistigkeit, nicht genug zu sein, nicht liebenswürdig zu sein, es verdient zu haben, dass man schlecht behandelt wird, einen Job auszuüben den man nicht mag usw.“

Das Leben zeigt sich mir immer wieder in seinen unterschiedlichsten Facetten. Früher wollte ich immer eine Vorstellung genügen. Ja genügen….“passt schon, sei froh wenn es läuft, erwarte nur nicht zu viel, erwarte nichts, dann wirst du nicht enttäuscht…. “ schöne Sätze sind das, die da oft in uns nachklingen dürfen.

Aber so funktioniert das Leben nicht. Wir leben ein Leben das unsere innere Haltung, unsere Vorstellungen, Wünsche, Ängste, Glaubenssätze und Prägungen vereint, sie nimmt und sie wie in einem Film gebündelt auf die „Schein“ nein die Leinwand namens Leben wirft. Bitteschön, dein Leben, hier ist dein Film. Aus deinem Kopf mit deinen Überzeugungen die ständig durch die Richtung der Fokussierung deiner Wahrnehmung bestätigt wird.

Willst du einen neuen Film drehen, ändere deine innere Welt. So einfach und doch so schwer ist alles. Dann lassen die Projektionen deiner inneren auf die äußere Welt nach und es wird ruhiger, friedlicher, aufgeräumter werden.

Vielleicht hast du nun die Lust am Lesen, aufgrund der Desillusionierung meines Blogs, verloren. Dann verstehe ich das und es tut mir leid. Wenn nicht, freue ich mich, wenn wir gemeinsam einige Minuten unseres Lebens teilen können, indem meine Worte oder Gedanken von dir gelesen und in dir vielleicht aufgrund gemeinsamer Erfahrungen in Resonanz gehen dürfen. Dann fühle ich mich nicht so einsam und alleine wie du vielleicht auch. Dann sind wir schon zwei und miteinander verbunden oder auch mehrere die sich auf den Weg zu sich selbst begeben.

Ich danke dir, für deine kostbare Zeit und deine Aufmerksamkeit, diesen Text gelesen zu haben.

Alles Liebe wünsche ich dir von ♥️

4 Kommentare zu „Jede Krise, kann ein Neuanfang sein.

  1. Es gibt keinen besseren Weg, als jenen, sich selbst zu entdecken und zu erfahren. Was auch immer war, du hast es überlebt. Was auch immer auf dich wartet, du hast die Kraft, um bei dir anzukommen. Alles Liebe und du bist nie und nimmer alleine👍

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