Eltern , ein Mysterium

Eltern haben Macht, so viel Macht, nicht nur über ihre Kinder sondern auch über ihre Enkel, wenn man dies zulässt. Wenn du nicht im Stande bist zu erkennen wer und was du bist, können deine Eltern bis zu ihrem Tod oder auch darüber hinaus in so genannten Verstrickungen an deinem Leben und deiner „Energie“ Teil nehmen. Sich ansaugen und auf deine Kosten durchs Leben gehen. Dann fühlst du dich matt und leer, taub, emotionslos oder fremdgesteuert was du ja auch letzten Endes bist.

Sie prägen alles, dein Denken, dein Fühlen, dein Glauben an dich selbst, deine Selbstwirksamkeit die in dein Selbstvertrauen übergeht, deine Wahrnehmung, deine Bindungserfahrungen, der Umgang mit deinen Gefühlen, der Schutz deiner Integrität, deiner Grenzen, deiner Person und vieles mehr.

Du, du warst und bist vollkommen ausgeliefert. Und wenn wir ganz ehrlich sind haben deine Eltern auch heute als erwachsene Menschen immer noch die Macht über dich. Die Macht darüber, dass ihr Urteil über dich als Person dein Wohlbefinden beeinflusst. Auch wenn du sagst, „ne ne das alles macht dir nichts mehr aus“ aber dann ist der Moment da, in dem du in ein klärendes Gespräch mit deinen Eltern gehst und sie dir sagen „ wie falsch und undankbar und voller Hass du bist, ja du“ das „du“ meinen sie zu kennen, das „du“ also ihre Vorstellungen von dem was „du“ sein solltest, was „du“ angeblich bist. Und dann wie fühlt sich das für dich an? Wenn dein Herz mal wieder schön herausgerissen und ein Teil herausgeschnitten wird. Der du aus ihren Augen nicht zu sein hast.

Sie besitzen von dir ein eingepflanztes enges Bild aus Wünschen und Erwartungen die sie an dich in ihrem Kopf erstellt haben, von einer Person der du entsprechen sollst, die es aber in Wahrheit gar nicht gibt. Eine Illusion die deinen Namen trägt und du als „liebe und brave Tochter oder Sohn“ hast erfüllen zu müssen. Und Fragen oder ein sich wehren gegen Grenzüberschreitungen oder zum Schutz der eigenen Person werden nicht geduldet. Das will niemand wissen wie es dir geht.

Du spielst mit, ein Spiel das so zerstörerisch ist, dass du gar nicht erkennen kannst wie sehr du selbst darunter leidest. Weil es deine Eltern sind und weil du ihnen als Kind dies schuldig bist? Ja bist du das? Hast du die Verantwortung für das Wohlbefinden und das Glück deiner Eltern übernommen? Trägst du es immer noch mit dir herum? Dass du dafür zuständig bist? Weil du es als Kind so gelernt hast? Du bist Schuld, dass Mama und Papa sich nun aufregen oder schlecht fühlen oder dir eine Ohrfeige verpassen mussten warum? Warum glaubst du dafür verantwortlich zu sein?

Weil in dir dein inneres Kind sich immer noch an die Hoffnung klammert irgendwann doch noch gesehen, doch noch erkannt, doch noch geliebt zu werden? Und das nach all den Jahren in denen nun Enkel da sind und sie das selbe Muster auf sie projizieren? Bitte liebe Enkel macht mich glücklich? Zeigt mir wie wichtig ich für euch bin? Stillt meinen inneren Mangel damit ich das Gefühl habe gebraucht zu werden, weil ich meinen eigentlichen Sinn, der lautet „warum ich hier auf dieser Welt gelandet bin“ bis heute nicht herausfinden oder verstehen konnte. Du schaust weg, du willst es nicht sehen, weil es weh tut und gibst dadurch die Verantwortung deinen Kindern für ihr Wohlbefinden sorge zu tragen ab, weil du den Konflikt meidest. Denkst du, dass dies richtig ist?

Und nun, wie fühlt es sich an liebe Gefangene , lieber Gefangener? Was denkst du nun? Wie viel Zeit muss noch vergehen bis du endlich den Mut hast, deine Ketten zu durchbrechen um fliegen zu können?

Bei mir hat sich in den letzten Wochen so vieles verändert, so vieles kam zur Ruhe, in den Frieden. Ich kam zu mir und nun darf ich gehen. „Ich“ alleine liebste Mutter entscheide über das Wohlbefinden meiner Seele. Ich weiß nun wer ich bin. Denn ich brauche deine Liebe nicht mehr. Ich bin nun frei und habe die Kraft mir all das was ich mir so sehr von dir gewünscht und erhofft habe zu bekommen, nun selbst geben kann. Du hast ein Bild von mir als undankbare Tochter voller Hass und Missgunst und das darfst du sehr gerne behalten. Weil dieses Bild steckt in dir in deinem Kopf und es hat mit dem Menschen der hier in mir lebt absolut nichts zu tun.

Das, genau das passiert wenn der Schmerz im Inneren und die Kraft der Verleugnung dessen was passiert ist man nicht sehen und wahrhaben will aber mal ehrlich das ist nur deine Angst. Du sprachst von Vergebung und warum ich das nicht könne. Doch kann ich, ich kann vergeben aber ich lasse das wie du dich mir gegenüber verhältst nicht mehr zu. Das sind meine Grenzen die ich für mich kennen gelernt habe und das nennt man Selbstfürsorge.

Eine Annäherung kann statt finden indem man den Schmerz benennen darf der in einem sitzt, der sich endlich zeigen darf und nicht verleugnet oder weg gedrückt werden muss. Es geht hier nicht um deinen sondern um meinen, um den deiner Tochter, für die du dich einst mal entschieden hast. Es geht um die Heilung die hier und jetzt ihren Raum bekommt. Das nennt man Verarbeitung, das nennt man betrauern dessen was war. Dabei kommt niemand um, auch wenn sich gerne dieses Gefühl zeigt. Wir bleiben alle am Leben, du wirst dabei auf dich selbst zurück geworfen.

Ab diesem Zeitpunkt wird die Wahrnehmung von der Illusion die bis jetzt in dir gelebt hat durch die der Realität ersetzt. Das ist Verletzlichkeit und das ist Begegnung. Eine Begegnung in der das Herz eine neue Sprache kennen lernen darf, der Öffnung, der Reinheit, der Menschlichkeit.

Das ist das was uns Menschen auszeichnet. Das was uns zu etwas ganz Besonderem macht. Das was es so nicht mehr wieder auf diesem Planeten zu finden gibt. Das ist Heilung. Mehr ist es nicht. Ein Prozess des Mutes, des offenen und verletzlichen Austauschs. Nur dafür sind bis jetzt die wenigsten bereit sich dem zu stellen. Weil das Kind in uns weint und schreit und bibbert vor der Angst der Ablehnung, des Rückzugs, dem Entzug der elterlichen Liebe ohne die wir nicht im Stande sind weiter zu leben. Ist das wirklich so? Kannst du ohne sie nicht leben? Und bist du bereit diesen Preis der emotionalen Abhängigkeit zu bezahlen?

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