Der süße Duft der Freiheit

Freiheit. Was für ein schönes Wort. Was für ein Wert den wir hier leben dürfen.

Aber was bedeutet für dich Freiheit?

Besteht deine Freiheit darin selbst entscheiden zu können und zu dürfen, wie und was du tust? Dich in einer sicheren Umgebung zu befinden? Mitzugestalten was um dich herum passiert?

Ich finde, Freiheit ist heutzutage eines der Wörter die am Meisten missbraucht werden. Weil wir sie verwenden ohne zu wissen was es wahrhaftig bedeutet.

Nur weil wir selbst entscheiden können was wir tun und lassen, bedeutet das noch lange nicht, dass wir frei sind. Freiheit brauchst du nicht im Außen zu suchen, um sie innerlich fühlen zu können. Freiheit, entsteht dann wenn du den Kampf gegen dich selbst aufgegeben hast. Alles fließen darf was kommt und sich zeigen möchte. So lange du noch kämpfst, dich gegen etwas oder jemanden wehrst, befindest du dich im Widerstanden, im Krieg, in deinem Unterbewusstsein welches differenziert zwischen schwarz und weiß, richtig und falsch, gut und böse.

Warum glaubst du, dass du das brauchst? Was gibt dir das, daran fest zu halten? Was wärst du ohne diese Werte, Denkstrukturen oder Verhaltensnormen? Ein besserer Mensch und die Anderen? Sind sie deshalb weniger gut? Schlechter als du?

Freiheit beginnt da, wo es weh tut. Es beginnt zuerst in dir. In deinem Herz. In deiner Seele. Du bist der Schöpfer deiner Gedanken und ein Reisender der sich Stück für Stück selbst kennen lernen darf. Der am eigenen Leib, die Macht seiner frühen Prägung durchlebt und sich damit auseinandersetzen darf sie zu hinterfragen. Was am Ende bleibt ist die Erkenntnis, dass du damit aufhören kannst.

Du darfst aufhören zu kämpfen. Leg deine Waffen nieder. Leg sie auf den Boden und dich gleich mit dazu. Weine. Weine um deiner selbst Willen, dass du einst so lange Zeit dir selbst untreu warst. Dich selbst verraten und verlassen hast. Ja, du bist dieser Bettler in den Lumpen der da vor dir liegt und dich anfleht, dass du ihn endlich siehst und ihm dein Mitgefühl entgegen bringst.

Dann ist sie da, deine Freiheit, deine Leichtigkeit, dein „sein dürfen wie du nun einmal bist“. Du hast den Kampf aufgegeben um dich dem Leben, wie es ist hinzugeben.

Nun kann endlich um dich herum alles zum Leben erwachen. Du darfst nochmals von vorn beginnen aber mit einer Intensität der Emotionen wie du sie noch nie gefühlt hast.

Alles darf sein wie es ist und wenn alles sein darf wie es ist, darf ich und du es auch. Ich darf glücklich sein, weinen vor Glück, Freude, Dankbarkeit und weinen voller Angst, Wut und Trauer. Denn dein größter Feind bist und warst immer du selbst.

Ich erkenne, dass alles schon immer Gut war, nur ich es aufgrund meiner Gedanken und Mechanismen nicht sehe konnte. Das heißt nicht wahrnehmen und fühlen konnte. Wenn ich davon überzeugt bin, ein schlechter Mensch zu sein oder es nicht Wert zu sein. Was denkst du was dann passiert? Was denkst du was meine Psyche inszeniert um diese Glaubenssätze, von denen ich felsenfest überzeugt bin, zu erhalten?

Es geschieht alles aus einem Grund. Aus einem klar erkennbaren Grund, dessen Lösung aber nur du selbst weißt und nur in dir zu finden ist. Gefühle wollen nicht weg geredet, unterdrückt oder ich möge hoffen, dass sie schnellst möglich wieder gehen.

Sie sind ebenfalls Reisende die bei dir Einkehr suchen. Und das werden sie solange tun, bis du sie bereits wohlwollend und herzlichst an der Türschwelle empfängst. Du sie annimmst wie sie eben sind ohne sie anders haben zu wollen.

In diesem Leben besitze ich nichts. Nicht einmal meinen Körper, der sterblich ist und sich irgendwann einmal, wenn die Zeit gekommen ist ebenfalls in der Unendlichkeit mit allem vereinen wird. Alles kann uns jederzeit genommen werden und das manchmal schneller als es in unserem Bewusstsein ankommt. Deshalb sollten wir uns hingeben. Hingeben an dieses Leben. An die Erfahrungen aus denen wir lernen und reifen können. Die uns jedes Mal ein Stück von einer anderen Welt zeigen die uns noch so fremd und ungewohnt vorkommt und in der es sich alles andere als frei, offen und ungezwungen anfühlt. Es ist eine Entscheidung diese Schritte gehen zu wollen. Diese Treppe die sich vor dir auftut Stufe für Stufe zu erklimmen.

Koste doch mal ein bisschen davon, wenn du morgen früh erwachst und vielleicht erst einmal dankbar sein kannst für das was du gerade im Moment hast, wer bei dir lebt, neben dir schläft, die Wände deines Hauses oder deiner Wohnung betrachtest. Dein Essen zubereitest als gäbe es nichts köstlicheres als dieses eine Frühstück. Schau dir die Vögel an die über die Felder fliegen. Die Blumen, die immer noch mit voller Kraft und Energie auf den Feldern stehen und strahlen. Schau in die Augen deiner Liebsten, sage ihnen wie sehr du sie liebst oder was auch immer dein Herz ihnen mitteilen möchte.

Und nun fühle die Dankbarkeit, die langsam aber sicher deinen Köper flutet und in dir einen Hauch von wohliger Wärmer sowie ein Gefühl des Vertrauens, des Behütet und Geschützt Seins hinterlässt.

Atme es ein, dein kleines Glück der großen Freiheit.

4 Kommentare zu „Der süße Duft der Freiheit

  1. Freiheit endet schon mit der Erdanziehung. Wir mussten Beine und Füße entwickeln, um uns von der Erdanziehung in kleinen Schritten zu befreien. Im Alter benötigen wir Gehhilfen oder Rollstühle, um uns vor ihrer Kraft zu schützen. Das war nur ein kleines Beispiel.

    Wir brauchen etwa Schlaf und Pausen, um uns zu regenerieren, wir müssen essen und trinken, sind abhängig von unseren Sinnen. Ohne Auge ist die Welt schwarz, ohne Ohren tonlos usw.

    Wir brauchen Liebe und Bestätigung, sind als soziale Lebewesen auf die funktionierende Gemeinschaft angewiesen, brauchen Schutz, weil wir verletzlich sind. Unser Herz muss schlagen, unser Hirn muss denken, unsere Emotionen müssen funktionieren und dies ist jenes, was man beim Tier „Instinkt“ nennt.

    Ich könnte zehn Bände über die Abhängigkeit des Menschen schreiben. „Freiheit“ ist ein sehr weiter Begriff und Freiheit ist nur in Grenzen möglich. Ein Millionär ist vielleicht freier in seinem Leben als einer, der sich sein Brot täglich bei einer Firma in Frondienst verdienen muss und doch haben sich Millionäre schon selbst das Leben genommen.

    Aber es gibt auch eine innere Freiheit. Die Freiheit etwa der Träumenden, der Fantasierenden, der Dichter und Denker, die sich eine eigene innere Welt erschaffen haben und darin wohnen. Du musst kein Künstler sein, um dir eine eigene Innenwelt zu erschaffen. Ich denke, so wie ich dich kenne, hast du dir auch einen inneren Rückzugsort erschaffen. Ich würde dir wunderschöne Gedichte zutrauen oder Zeichnungen, Bilder. Ich erkenne eine kreative Ader in deiner Seele.

    Freiheit ist vielleicht gerade dies, in Gedanken nachts durch den Sternenhimmel zu wandern, den Mond als Freund zu sehen und die Sterne als grüßende Nachbarn. Ich seh dich am Fenster stehen, wenn alle schlafen. Ich seh dich in den Nachthimmel blicken. Ich erkenne deine stille Sehnsucht, den Drang nach Freiheit ..

    Ich kann mich täuschen, aber für mich bist du ein ganz großer Mensch. Die schrecklichste Kindheit erschafft die besten Menschen, hab ich mal wo gelesen. Das liegt wohl daran, weil man die eigene Hölle keinem anderen zumuten möchte. Du hast meine Seelenharfe zum Schwingen gebracht, was selten ist. Wer dich als Freundin hat, kann sich glücklich schätzen.

    Alles Liebe, Sven

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    1. Hallo Sven,
      ja am Ende hat doch alles seinen Sinn wenn wir zurück blicken und begreifen, dass uns das Leben deshalb all diese Erfahrungen zugemutet hat weil wir dadurch erkennen durften was Stärke und auch Mitgefühl ist. Welchen Reichtum diese Welt für uns bereit hält. Dass das Paradies nicht auf uns wartet sondern hier direkt vor uns steht.
      Wir erschaffen das Meiste selbst. Deshalb besteht unsere Freiheit ja auch nur in unserem Inneren. Indem wie wir denken, wie wir aussagen interpretieren. Wovon wir überzeugt sind und an was wir glauben.
      Ich bin nur langsam müde. Müde und erschöpft. Meine Bedürfnisse hungern und ich muss mich besser um mich selbst kümmern.

      Ich hätte das alles nie sehen und verstehen können, wenn ich nicht an den Punkt gekommen wäre los zu lassen. Zusammen zu brechen und dennoch wieder aufzustehen. Immer und immer wieder. Alles zu verlieren was mir einst wichtig war und dennoch zu spüren macht dass das Leben weiter geht.

      Nein kreativ bin ich nicht wirklich aber ich habe eine Gabe mit Natur und Tieren umzugehen. Ich liebe es mit ihnen zu arbeiten und spüre dort die Verbundenheit und Freiheit. Die mich einen kurzen Moment aus allen heraus reist.

      Ich danke dir für deine Worte auch wenn ich sie nicht annehmen kann, weil ich den Menschen, den du da beschreibst noch nicht in mir fühle aber ich bin auf dem Weg dorthin zu gelangen.

      Ich danke dir fürs Lesen meiner Texte und dem Austausch.

      Alles Liebe

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  2. Warum ich als „Anonymus“ hier auftrete ist mir selbst ein Geheimnis. Immerhin war ich bei wordpress als seelenverdacht eingeloggt .. Aber ist ja egal. Ändert nichts an meiner Meinung

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  3. PS: Hab grad deinen Text nochmal durchgelesen und erkannt, dass ich wohl völlig neben deinem Thema vorbei geantwortet habe. Vielleicht bringt mein Kommentar ja doch einen neuen Blickwinkel ein. Ansonsten einfach löschen.

    LG Sven 🙂

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