Wenn du für Dich blind bist, kannst du Dich selbst, weder hören noch sehen.

„Ich brauche nichts mehr, es ist bereits alles da um glücklich sein zu können.“

Wenn wir auf dieser Welt ankommen sind wir ganz, rein, in der tiefsten Tiefe mit unserer Seele verbunden. Dieser Moment des inneren Friedens ist unser Urkern, an den wir uns immer erinnern werden und der unser Herz anleitet.

Da wir unbewusst mit all unseren Wunden und unserem Schmerz durch die Welt laufen, uns nicht fühlen, uns nicht wahrnehmen oder sogar von unserem Selbst haben abspalten müssen, können wir nicht spüren, was für ein Leid wir selbst jeden Tag erzeugen.

In der Psychologie wird immer wieder vom blinden Fleck gesprochen, der einen Teil für unser emotionales Erleben unzugänglich macht. Da kommen wir so leicht einfach nicht mehr ran, weil es für uns oder unser inneres Kind bedeuten würde, in einen lebensbedrohlichen Zustand zu geraten. So werden Anteile die zu uns gehören, abgespalten oder verdrängt. Verdrängung hat den Vorteil, den Schmerz nicht fühlen zu müssen und den Nachteil, dass dein Körper und dein ganzes System nur noch damit beschäftigt ist alle Energie aufzubringen, um dich selbst nicht mehr spüren zu müssen. Du fühlst dich, als wäre ein Teil von dir gestorben, eine Schwere, eine Ohnmacht breitet sich in dir aus. Du bist gehemmt, traurig, verlassen und einsam.

Wenn ich zurück denke an die Zeit bevor ich mich mit all dem hier anfing zu beschäftigen, dachte ich mir oft, „Warum stellt er oder sie sich so blöd an. So schlimm kann das doch nicht sein. Dann muss man sich halt mal ein bisschen zusammenreißen. Mir hat es ja auch nicht geschadet. Jetzt heult die schon wieder. Mein Gott was für ein Weichei.“ Diese Stimmen gehören aber nicht zu mir, sondern dürfen zurück zu meinen Eltern oder Großeltern.

Und nun hat sich alles verändert. Da bin endlich ich. Wärme, Mitgefühl, Liebe. Ich weine unheimlich viel. Ich trauere oder betrauerte mein Leben, welches verlief, wie es eben verlief. Ich betrauere meine Glaubenssätze. Meine Prägungen, die mich versuchen, in diesem Muster gefangen zu halten. Dieses ausbrechen, dieses „Ich bin es mir Wert. Ich bin wertvoll. Ich bin und werde von mir selbst geachtet und geliebt auch ohne die Bestätigung von Außen. Ich darf sein, weil ich ein wertvoller Mensch bin,“ lässt mich immer mehr zurück wandern und gleichzeitig in der Gegenwart ankommen. Der Friede, den ich einst zum Überleben verlassen musste ist wieder da und nimmt mich voller Liebe und Wohlwollen in seine Arme. Endlich bin ich zurückgekehrt zu mir.

Und dann fühle ich euch, meine Söhne und zwar so wie ihr seid. In eurer Vollkommenheit und Einzigartigkeit wie ihr einst auf diese Welt gesandt wurdet. Eure tiefe Liebe für diese Welt, eure Hingabe, euer Mitgefühl, eure wilde Energie. Ich lasse los.

Egal was kommt und egal was passiert, ich stehe hier mit offenen Armen und einem offenen, bewussten Herzen zu dem ihr immer Zugang haben werdet. Wir wachsen gemeinsam, immer ein Stück weiter, tiefer. Je mehr ich mit mir in den Frieden komme, umso mehr sehe ich euch wie ihr seid und nicht wie ihr sein müsstet. Denn das ist meine Angst. Das ist mein Trauma. Das ist meine Unlebendigkeit, die ich nicht fühlen will. Ich weiß wie stark ihr seid und ich weiß, dass ihr euer inneres Kind bewahrt und schützt, weil ihr euren Wert behalten konntet und nicht abspalten musstet.

Ich bin davon überzeugt, dass die Welt Menschen wie euch braucht und ich verneige mich vor dem Leben und bin aus tiefstem Herzen dankbar, zwei solch lebendige und willensstarke Jungs wie euch, bekommen zu haben. Durch euch und die Liebe die ich zu euch empfinde, wurde erst einmal alles zerstört. Alles fiel in sich zusammen und wurde von einem Sturm in mir nieder gewalzt, damit ich nun vor einem neu zusammen gefunden wundervollen Mosaik stehen darf, das aus den Trümmern des Alten zum Leben erwachen konnte und neue lebendige Anteile mit eingeflochten werden konnten.

Ja manchmal muss man graben, tief graben um an den wahren Schatz, an den wahren Reichtum kommen zu können. Denn letzten Endes spielt sich das ganze Leben nicht im Außen sondern in dir ab und für jeden Streit, für jede Verletzung, für jede Eskalation oder für jeden körperlichen Übergriff, sei es deinen Kindern oder deinem Partner/deiner Partnerin gegenüber, trägst alleine du, als Mama oder Papa, als Mann oder Frau, die volle Verantwortung aber nie,niemals ist dein Kind daran Schuld.

Niemals, denn es ist ein Hilferuf deines Kindes welcher dir endlich die Ohren und Augen öffnen soll, damit du ins Tun, in die Aufarbeitung deines zerrütteten Lebens kommst.

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