Starkes „Ich“ und starkes „Du“

Was eine wohlwollende Beziehung ausmacht, haben wir nicht gelernt, haben wir nicht gefühlt und nicht vorgelebt bekommen.

Vielleicht hatten ein paar einzelne Personen das Glück in einem Elternhaus aufzuwachsen in dem die Eltern einen würde und respektvollen Umgang gepflegt haben, die ihre Bedürfnisse, Wünsche, Grenzen kannten sowie ihre eigene Person als Bereicherung und Wertschätzung erlebt haben.

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Wer ist das ich ohne das du?

Wir wachsen auf, mit dem Bewusstsein, dass das was wir als Kinder erleben die absolute Wahrheit ist. Die Wahrheit über die Welt, den Umgang mit uns, mit Anderen, mit Natur und Tieren. Das hat höchste Priorität und wird nicht in Frage gestellt. Du wirst es nicht hinterfragen weil es für dich in dem Moment deiner Kindheit klar und nichts zu hinterfragen gibt. Wenn du dann irgendwann einmal doch hinter den Schleier deines Bewusstseins in die Tiefen deines Unterbewusstseins schaust, abtauchst , kannst du ihn spüren, wenn es dir ermöglicht wird, den Fall, den freien Fall oder das Wegfallen dessen was du einst als „Fundament der Liebe, welche dich durchs Leben trägt“ im Herzen verinnerlicht hast.

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Wie wir lernen können zu Lieben.

Wir kommen auf diese Welt und hoffen auf Menschen zu treffen, die das Wunder sehen können welches wir sind oder welches in uns verborgen liegt.

Doch was wir erfahren ist Ablehnung, Überforderung, Hilflosigkeit, Angst, Trauer und Wut. Du musst dich anpassen, um geliebt zu werden. Du musst etwas sein um Liebe zu erhalten. Es gibt sie nicht umsonst sondern nur gegen den Eintauschen deiner Seele. Als Kind bist du dazu bereit weil du die Konsequenzen nicht siehst. Du willst nur, dass der Schmerz in deinem Inneren weniger wird. Dieses Muster von Liebe tragen wir in uns.

Zu blenden, nur das Beste zu geben, alles aus dir heraus zu holen was irgendwie möglich ist. Das ist anstrengend und kostet so viel Kraft und weil wir nicht kommunizieren gelernt haben über all die „schlechten Gefühle und Gedanken“ die es im Leben nun mal ebenso gibt, reiben wir uns gegenseitig auf.

Wir werfen mit Erwartungen und Enttäuschungen nur so um uns, sind Opfer unseres eigenen Lebens weil wir nicht wissen wie das mit unserer Eigenverantwortung geht.

„Du bist Schuld“, das ist das einzige was sich richtig in dein Gehirn eingebrannt hat.

„Wenn du dich nur anders verhalten hättest, müssten wir nun nicht streiten. Ist das denn zu viel verlangt? Kann er oder sie nicht mal die Kinder nehmen? Er muss doch sehen wie es mir geht!“

Nein kann dein Partner nicht, denn er kommt mit anderen Verletzungen, mit anderen Glaubenssätzen, Mustern und Prägungen in eure Beziehung.

Ja da steht ein Mensch vor dir, ein Mann oder eine Frau in einem erwachsenen Körper und zu Beginn ist es schön, nett, spannend, leidenschaftlich.

Doch je länger du dich nicht als der Mensch zeigen kannst der du in Wahrheit bist wird es irgendwann wahnsinnig anstrengend und dann fällst du….so richtig tief…. der Schein ist weg. Aus dem perfekten Partner ist doch nur ein Mensch geworden mit Schwächen, mit einer Geschichte, mit seiner Vergangenheit und mit seinen Verletzungen sowie Überlebensstrategien und nun sitzt du da! Hast dich wieder einmal getäuscht oder geirrt.

Nein Liebes hast du nicht, denn jetzt wird es spannend. Nun kannst du wenn du dich für diesen Menschen entschieden!!!!! hast anfangen ihn kennen zu lernen. Ob das lästig und anstrengend ist?

Jaein es ist ein wahnsinnig spannender Weg, der durch kleine Schluchten und Täler führt, voller Geröll und manchmal liegen da auch die ein oder anderen großen Brocken die du irgendwie überqueren musst. Ihr macht euch emotional nackt, so richtig nackt und sprecht das aus was ihr euch niemals zuvor getraut habt. Es tauchen Fragen auf wie „warum fühlst du so? Kannst du mir erklären was meine Aussage mit dir macht?“ „was lässt dich wütend werden?“ „Ich fühle mich nicht gesehen und nicht wertgeschätzt wenn du meine Wünsche oder Gefühle nicht ernst nimmst oder sie runter spielst. Vielleicht empfindest du es anders wie ich aber in mir entsteht ein Schmerz wenn du so über mich sprichst. Ich wünsche mir, dass du das was ich sage erst einmal stehen lässt und wir gemeinsam überlegen welche Lösungen wir finden könnten.“

Ja zu Beginn ist es vielleicht anstrengend und du fühlst dich unsicher aber mit der Zeit wird dir klar ich liebe diesen einen Menschen der da vor mir sitzt von ganzem Herzen! Ich bewundere ihn für seinen Mut mit mir diesen Weg einzuschlagen. Ich teile mit ihm meine und seine Trauer. Wir dürfen weinen und schreien, in den Armen des anderen zusammenbrechen und wieder aufstehen. Wir befinden uns in der Verpuppungsphase sind also im Kokon in der sich die Raupe vollkommen auflöst und sich neu in Form eines Schmetterlings verwandelt. Das braucht Zeit, das braucht Vertrauen, das braucht Mut, das braucht Gelassenheit, das braucht die Liebe zum Leben.

Es ist ein neuer Weg der euch wieder zusammenführen kann.

Mit der Zeit werdet ihr zwar körperlich immer älter aber emotional und im Herzen jung und so tief mit einem anderen Menschen verbunden sein wofür es keine Worte gibt um diesen Zustand beschreiben zu können.

Zwei Menschen getrennt und doch freiwillig so tief miteinander verbunden.

Du entkommst dir erst dann wenn du stirbst.

Wir entkommen uns nicht. Niemals. Unser Kopf, programmiert mit all seinen Erfahrungen, Glaubenssätzen und Prägungen sowie unser Körper mit seinem dysregulierten Nervensystem für das du absolut nichts kannst ist da. Du lebst in ihm oder du wirst gelebt durch ihn.

Wir haben uns dies alles nicht selbst ausgesucht. Also trägst weder du, noch ich, noch sonst wer irgendwelche Schuld. Wir wiederholen meist das was wir selbst erlebt oder durchlebt haben. Nicht dann wenn wir in unserem Bewusstsein sind und wir uns klar entscheiden können wie wir handeln wollen sondern es geht um die Momente, in denen es unbewusst darum geht wie sehr ich mich auf einen anderen Menschen einlassen kann und will. Oder wie ich mit Stress umgehe?

Es sind die Erfahrungen die ein anderer Mensch, der einst meine Mutter und mein Vater war, die die mir anstatt bedingungslos gegenüber zu treten mir Schmerzen zugefügt haben. Die mich nicht sehen und erst recht nicht hören konnten. Aber soll dafür wirklich ein anderer Mensch bestraft werden, weil er diese schmerzhafte Wunde in mir berührt? Wir sind zutiefst bindungsfähige Wesen aber haben so unglaublich viel Angst davor verletzt zu werden, weshalb wir lieber eine Beziehung beenden anstatt uns ganz und gar auf den anderen Menschen einzulassen.

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