
Du sitzt am Tisch. Bastelst vor dich hin. Schneidest. Klebst. Sprichst.
Meine Augen können sich kaum satt sehen an der Vollkommenheit die du bist. Du sitzt da und tust was du tust nicht weil ich es will sondern weil du Freude in dem empfindest was du eben tust.
Ich bin deine Mama und je tiefer und bewusster ich eintauchen darf in meine Welt, die ich durch dich gespiegelt bekomme umso klarer wird mir wie perfekt der Mensch ohne sein Trauma ist.
Was er im Stande ist zu erzeugen. Nicht aus dem Wissen sondern aus seinem inneren Antrieb heraus.
Wenn ein Mensch etwas will. Etwas wirklich will. Etwas begehrt und unbedingt haben möchte, setzt er alles in Bewegung um dies zu bekommen, weil er emotional etwas damit verbindet.
Ob es dann wirklich so ist und kommt, wenn er sein Ziel erreicht hat sei dahingestellt aber wo ist diese Freude am tun? Wo ist diese Freude während des Prozesses?
Es wurde uns kaputt gemacht, immer dann wenn jemand zu uns gesagt hat, dass wir das tun soll weil es Spaß macht.
Mir machten aber viele Dinge die Erwachsenen Spaß machen eben keine Freude und dann habe ich es halt dennoch getan, weil ich dich nicht enttäuschen wollte. Und auch deshalb mache ich heute viele Dinge die ich eigentlich nicht will, nicht weil es mir bewusst ist sondern weil dies meine Welt meine Wahrheit ist.
Ich bin davon überzeugt das tun zu müssen. Den Haushalt. Den Job. Die Kinder. Die Besuche bei den Großeltern. Alles zu tolerieren was sie tun. Ich will und muss brav und artig sein. Und das weil im damals niemand da war, der dich wirklich gesehen und aus deiner Not befreit hat.
Als Kinder erleben wir wenig bis keine Verbundenheit sondern Einsamkeit, Trennung, Bedrohung, Bestrafung und das Leben wir bis heute in unsere Partnerschaften hinein.
Denn wenn wir dies ändern wollten, müssten wir zugeben, dass wir eigentlich keine Ahnung habe wie Beziehung geht. Wie Verletzlichkeit geht. Wie ich eine Verbindung schaffen und erhalten kann, weil mir im damals meine Selbstwirksamkeit geraubt wurde und es niemand gab der mich gesehen und aus meiner Not befreit hat.
Ich sitze dort. Immer noch einsam. Bis heute.
Also nein, ich werde euch nicht zeigen und erklären wie die Welt funktioniert, das werdet ihr selbst herausfinden. Mein Job ist es, euch beizustehen um das halten zu lernen, was ihr euch gerade im Moment selbst nicht erklären könnt. Um eine Ordnung im inneren emotionalen Chaos zu finden. Um zu fühlen, dass da jemand ist. Mich sieht, mir begegnet und wir uns im Raum der Liebe treffen können.