Depression und was wir von ihr lernen dürfen

In meinen Coachings versuche ich die Psyche des Menschen etwas greifbarer zu erklären.

Depression ist nichts wo gegen du ankämpfen musst. Sie ist ein Geschenk.
Du denkst dir bestimmt, hä was soll denn das, spinnt die, Depression soll ein Geschenk sein? Ich kämpfe hier jeden Tag um irgendwie mein Leben bewältigen zu können und nun kommst du daher und sagt es sei ein Geschenk?

Dann lies bitte weiter…..

Unsere Psyche ist unglaublich faszinierend.

Wir Menschen kommen nicht als unbeschriebene Wesen auf diese Welt. Wir haben eine Seele und einen Seelenauftrag. Dies ist deine Intuition eine Verbindung mit deinem Herzen. Mit einer Stimme in dir, die ganz bewusst mit dir spricht.

Vielleicht denkst du auch wieder, was für ein Quatsch aber wenn du diese innere Arbeit eine Zeit lang machst, wirst du dies sehr schnelle erkennen und mir zustimmen.

Es ist einfach eine eigene, eine neue Welt, zu der wir bisher keinen Zugang hatten.

Aber nun widmen wir uns der Depression….

Damals im Studium habe ich sie gehasst. Ich habe mich so sehr dafür abgewertet, eben nicht so stark oder funktionieren zu können wie alle anderen Menschen. Ich bezog alles auf mich und hatte zusätzlich unfassbare Ängste die dazu beitrugen, dass ich ein max. zwei mal am Tag ganz kurz mit unserem Hund vor die Türe bin um mich im Anschluss wieder ins Bett zu legen. In mir lebte eine unglaubliche Scham. Einsamkeit umgab mich und diesen Zustand habe ich so gut es geht zu verbergen versucht. Ich hatte Angst unglaubliche Angst, dass dies für immer so anhalten wird. Ich hatte nicht einmal mehr die Kraft anstatt einer Jogginghose eine Jeans an zu ziehen. Nichts gelang mir mehr wirklich außer meinem Studium. Wenn mein Mann nach Hause kam holte ich mich aus dem Bett und tat so als ob alles in Ordnung sei. Es sollte bloß niemand mitbekommen wie es in mir wirklich aussah. Wie verrückt ich wirklich bin.

Ich begann eine Verhaltenstherapie und hatte aber bei dem Therapeuten nicht das Gefühl „ich sein zu dürfen“ mit all meiner Schwere, mit all meiner Last, mit allem was mich lähmte. Also funktionierte ich dort weiter und erzählte ihm das, was ich glaubte, was er von mir hören wollte. Bis ja bis die Kinder kamen und mich zurück in meine Kraft holten.
Ich bekam ein Bewusstsein für wahrhaftige Liebe für dieses Wesen das ich in meinem Arm hielt und ich wusste diesem Wesen gehört ab nun mein ganzes Herz. Ein Gefühl, das meinen ganzen Körper in ein Gefühl versetzte, welches mir zuvor absolut unbekannt war. Ich bin zum ersten Mal der bedingungslosen Liebe begegnet und habe zugelassen, dass sie zurück kommen durfte.

Und dann begegnetet ich der systemischen Familienaufstellung in der mein komplettes Familienbild eine neue Form annahm und ich herausfand woher all meine Gefühle kommen.

Danach fand ich Verena König die mich bis heute durch ihre liebevolle, wohlwollende und ihr mächtiges Wissen über Trauma fasziniert.

„Depression du bist mein zweites Kind das ich über all mit herum trage. Ich die Rolle, die Hülle die ich mir einst anlegen musste. Du, welche aus nichts besteht als Leere. Wenn ich meine Augen schließe sehe ich ein gläsernes etwas vor mir zu dem ich geworden bin, mit einem schwarzen Herz aus Stein, in dessen inneren ein kleines gelbes Licht heraus strahlt. Ohne Liebe können wir nicht leben. Ohne Liebe zu geben und zu empfangen haben wir keinerlei Motivation um dieses Leben führen zu wollen. Und dann gibt es da ein Tragetuch auf deinem Rücken und in diesem Tuch liegst du. Du als winzig kleines Wesen, das sich im damals entscheiden musste für einen Weg. Ein Weg voller Schmerz und Leid und Trauma oder eben sich eine Rolle anzulegen in der wir uns lernen anzupassen, in der wir irgendwie versuchen den Wünschen und Erwartungen unserer Eltern gerecht zu werden um nicht ständig das Gefühl von Mangel zu erfahren. Wir haben uns geopfert. Wir sind damals emotional gestorben und diese Scheinidentität können wir eine gewisse Zeit aufrecht erhalten und manche Menschen auch ein Leben lang aber andere werden unter diesem Druck zerbrechen. Aber was würde ich heute anders machen als damals.

Ich würde mich niemals mehr bewerten. Ich würde mich wertschätzen. Ich würde liebevoll mit all meiner Angst und meiner Scham umgehen. Ich würde mir weiter therapeutische Hilfe suchen bis ich jemanden finde, bei dem ich sein darf, wie ich sein möchte ohne etwas sein zu müssen.

Ich würde dieses kleine Wesen aus dem Tragetuch nehmen und es wiegen. So lange wiegen bis sich die Spannung in seinem Körper gelöst hat und neues Vertrauen entsteht. Ich würde jedes meiner Worte lauschen und mir alles wohlwollen entgegen bringen. Ich würde jeden kleinen Fortschritt feiern und mich über jedes kleine bisschen Energie, welche zu mir zurück kommt, freuen. Ich würde den Fokus nur auf mein offnes Herz, welches ich neu entdecken durfte , legen. Kleine, winzig kleine Schritte gehen und nichts mehr von mir erwarten, denn ich gebe mein bestes und das jeden einzelnen Tag. Ich würde erkennen, dass dies Trauma ist und mir bewusst ist, dass es eine lange Zeit brauchen wird um meine Depression integrieren zu können. Ich würde nicht mehr funktionieren wollen sondern mir jeden Tag ein paar Augenblicke vollen Bewusstseins schenken. Ich würde mich als lernendes Wesen sehen anstatt mich weiter ab zu werten. Meinen Körper umarmen und halten. Ich bin mittlerweile stolz auf mich psychisch krank geworden zu sein, denn ich habe so viel über mich erfahren, über meine Gefühle und den Zugang zu meiner Psyche gelernt wie es gesunde Menschen die sich im Schutzmechanismus befinden niemals erfahren werden.

Mach dir eins bewusst, das was heute ist, war eine Strategie deiner Psyche mit der du überlebt hast. Du fällst oder bist orientierungslos. Das muss aber nicht sein.

Höre in dich hinein und hole dir die Verbindung zu deinem wertvollen Wesen zurück.

In tiefer Liebe und Verbundenheit
Isabell

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