Die Liebe zu mir selbst

Nein!

Ich werde mich nicht bei euch entschuldigen, so wie ich es in der Ausbildung gelernt habe.

Nein, das werde ich nicht tun.

Ganz einfach deshalb, weil mein Wesen aus euren Gedanken, Gefühlen und Spiegelungen entstanden ist. Ob ihr das Vertrauen und den Glauben in mich gepflanzt habt ein wundervoller Mensch zu werden.

Ich habe immer mein Bestes gegeben, um eure Liebe zu bekommen, so wie ihr euch das wahrscheinlich auch von euren Eltern gewünscht habt.

Der Unterschied liegt darin, dass ich aus dem kleinen Denken herausgewachsen bin. Ich sehe euch und euren Schmerz bin dafür aber nicht verantwortlich und anstatt dass ihr dafür Verantwortung übernehmt bürdet ihr ihn mir auf. Wie wenn ich Schuld sei an dem, was ihr in eurem Herz tragt oder anders gesagt, ich müsse mich um euer Wohl kümmern und das ist falsch, denn ich bin und bleibe euer Kind.

Ihr habt es nicht geschafft, meine Bedürfnisse zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Ihr konntet mir nicht das geben was ich gebraucht hätte.

Aufgrund dessen, dass ich mir vieles alleine geben oder mit Gefühlen,die mich vollkommen überfordert haben, zurechtkommen musste, eignete ich mir Verhaltensweisen an, unter denen ich bis heute leide. Das war meine Art und Weise, eine Lösung zu finden, um mit dem inneren Schmerz umzugehen.

Ja, vieles könnt ihr nicht wissen, was ein Kind alles in seinem Inneren trägt, aber jetzt selbst als erwachsene Menschen leugnet ihr das, was ich empfinde und tut es ab als Gefühlsduselei. 

Aber ihr Lieben, das bin ich. Ihr beschämt mich. Ihr tut mir weh, wenn ihr das, was ich empfinde, ab tut. Klein redet. Es verallgemeinert oder es anderen angeblich noch schlimmer geht als mir. Anstatt euren Schmerz selbst zurückzuholen, werft ihr ihn mir wieder zu, ganz einfach, weil die Mauer um euer Herz so groß ist.

Und da mache ich nicht mehr mit. Jedes Mal spüre ich, wie ein Teil in mir fürchterlich anfängt zu weinen, zu toben und sich aufzubäumen gegen etwas, was ich nur annehmen kann.

Also entschuldige ich mich bei mir mit aller Liebe, die ich für mich aufbringen kann. Umarme, achte und wertschätze ich mich selbst. Das habe ich in den letzten Jahren gelernt, wie das geht. Wie es sich anfühlt, gut um sich selbst zu kümmern. Sich zu halten. Mir zuzuhören. Für mich einzustehen. Wohlwollend mit mir zu sein. Mich zu tragen. Mir selbst die Tränen zu trocknen und einfach nur stolz auf mich zu sein, so dass ich den Schutz immer mehr ablegen kann um mich von der Frau, die darunter lebt, faszinieren und begeistern zu lassen. 

Ja, Liebe kann manchmal weh tun. Sehr weh tun und gleichzeitig ist es die Liebe zu mir selbst, die die Verbindung zu anderen Menschen kappt. Weil ich dadurch nur mich selbst finden kann.

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