In meinem leben begegne ich immer mir selbst

Wenn wir einmal den Blick von uns weg nehmen und andere Menschen in der Stille ihres Seins beobachten, nehme ich Sätze wahr wie:

„Wie blöd, jetzt habe ich wieder dies oder jenes vergessen.“
„Wie dumm…“
„Hast du das nicht sehen können.“
„Finger weg“
„Also so geht das aber nicht…“

Wir Menschen beziehen meistens alles was im Außen passiert auf uns. Wir nehmen es persönlich, weil wir uns mit uns und in uns selbst eben nicht auskennen.
Was passiert in mir, wenn ich getriggert werde?
Wie fühlt sich das an?
Wie kann ich diesen getriggerten Zustand von anderen Unterscheiden?
Wie kann ich Gefühlen begegnen ohne von ihnen verschluckt zu werden?
Wie geht das überhaupt mit dieser Regulation?

Mittlerweile habe ich mir einen guten Beobachter und eine alte wundervolle Dame zur Seite geholt, sowie eine wundervolle Fee als Freundin die mich immer wieder reguliert und mich fragt, bevor du nun handelst, was passiert da gerade in dir? Welche Geschichte beginnt gerade ab diesem Moment erneut in dein Bewusstsein zu treten? Was würdest du am liebsten tun und welche Alternativen gäbe es noch dich so oder so zu verhalten?
Manchmal spüre ich Widerstand , den ich mir ganz liebevoll von allen Seiten anschaue. Es ist meistens eine alte Angst gekoppelt mit einem alten Glaubenssatz weshalb ich denke, dass dies nicht möglich sei.

Und je mehr ich so da sitze. Den Boden unter meinen Füßen spüre. Ein und ausatme umso mehr wird mir bewusst, dass ich eben gar nichts tun muss. Wenn ein Mensch nicht offen, freundlich, wohlwollend in einen Begegnung geht, dann ist er gerade in seiner eigenen Geschichte gefangen und in dieser geht es IMMER um Recht und Unrecht.

Er steckt in einem Kampf oder Fluchtmodus fest und versucht zu überleben.

Wenn wir also um unser Überleben kämpfen, dann können wir nicht emphatisch mit unserem Gegenüber mitfühlen. Das ist unmöglich. Was stattdessen hilft, ist das Bewusstsein für dich selbst zu erweitern. Ja gerade gibt es keine Verbindung, ja der andere ist gerade gestresst. Ja der andere kann oder will keine Verbundenheit leben.

Also begleite ich mich selbst. Bleibe wohlwollend mit mir. Gehe in meine eigene Regulation. Komme in meine Stärke und Kraft und sehe das was da ist. Eben ein Mensch von dem verlangt wird, dass er eben funktioniert. Ein ich und ein du und kein wir.

Wenn wir mit diesem Blick einmal in die Welt hinaus gehen und du dich selbst fragst, wie weit kann ich mich eigentlich öffnen? Wie viel erzähle ich von mir? Was gebe ich von mir preis? Wo will ich, dass sich als erstes der andere verletzlich zeigt, bevor ich es tue? Bin ich überhaupt ich oder was passiert gerade in mir?

Mach dir einmal ganz bewusst klar, in deinem inneren lebt jemand. Nicht nur jemand sondern ein ganzes Team, von großen und kleinen Menschen.

Lege deine Hand auf dein Herz und sage dir
“ ich bin so dankbar, dass es dich gibt. Ich freue mich, dass du da bist!“

Was macht das mit dir?
Wie gerne hättest du solche Sätze gehört?
Wie oft durftest du als Kind diesen Worten lauschen?

„Mein Schatz!“
„Mein alles geliebtes Kind!“
„Du bist ein Geschenk, danke dass es dich gibt!“

Wie wollen wir also von Liebe sprechen, wenn wir ihr selbst nie begegnet sind?

Sie entsteht zu aller erst in dir. Sie fließt durch dich in diese Welt. Das kannst du nun egoistisch oder vielleicht als narzisstisch bezeichnen aber ein Mensch der sich selbst ablehnt, der sich selbst hasst, der selbst Angst vor sich hat, muss hart sein, hart werden und andere Menschen auf Distanz halten.

Das ist so und wird sich niemals ändern.
In der Heilung kommst du dir und anderen Menschen nahe und du wirst spüren, alles was im Außen in dir etwas bewegt, ist ein Aufruf eines schreienden nicht geheilten inneren Kindes.

Wir können da stehen oder sitzen. Die Luft atmen die uns umgibt. Lachen oder weinen. Ich kann dir in die Augen schauen. Sehen und spüren was da in dir passiert. Wir können uns darüber austauschen welche Empfindungen gerade in unseren Körpern hervor gerufen werden. Wie sich das anfühlt? Ob wir das kennen und bereits einmal erlebt haben? Das ist das was gerade jetzt hier im Moment passiert zwischen dir und mir, der Rest ist eine Geschichte. Nur eine Geschichte.

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