die verlorene Generation

Dana sagte damals in der Ausbildung, „wir bedienen uns an dem Buffet unserer Eltern. Je nachdem was sie anbieten nehmen wir auf oder machen das komplette Gegenteil, weil der Schmerz bei emotionaler und physischer Gewalt viel zu groß für die eigenen Seele war. Dennoch machen wir das was wir tun immer im Kontext zu dem, wie wir aufgewachsen sind oder zu dem was unsere Eltern in uns konditioniert haben.

Was dann in uns entsteht ist ein Blick für den Menschen der du sein sollst. Du orientierst dich an dem „wie deine Eltern dich sehen oder haben wollen“. Und daran arbeiten wir uns, oftmals ein ganzes Leben lang ab. Weil ein Teil in uns davon überzeugt ist, wenn ich, ja wenn ich einmal genau so bin, wie meine Eltern mich sehen, dann werde ich all die Liebe bekommen nach der sich mein Inneres so sehr sehnt. Für diesen Traum halte ich alles aus. Jede Demütigung. Jeden Missbrauch. Jede Gewalt.
Weil der Teil, den ich mir als Täterintrojekt erschaffen habe, davon überzeugt ist, dass das Problem an oder in mir liegt und ich nur noch mehr geben oder mich regulieren muss um in das Bild der Eltern passen zu können.

Das jedoch ist einfach nur eine Strategie um in der Bindung zu Menschen bleiben zu können, die uns niemals sehen sondern rein auf ihre Projektion/Übertragung reagieren werden. Denn es geht nicht um dich und es wird niemals um dich gehen. Niemals, wenn du das Spiel von “ ich bin ein lieber Mensch, der immer ja sagt und sich allem anpasst“ spielen wirst.

Ich habe für mich den Begriff der verlorenen Generation entwickelt. Ich gehöre wiederum zu der Gruppe der suchenden Generation. Und die Generation unserer Kinder könnte zur fühlenden oder endlich menschlichen Generation sich entwickelt.

Das bedeutet, wir können hier uns nur von oben nach unten entwickeln. Unsere Kinder fühlen noch viel viel mehr als wir. Wir fühlen mehr als unsere Eltern. Wenn ich also etwas an dieser Welt verändern möchte, muss ich voraus gehen. Ich darf also lernen mich wieder zu finden, indem meine Kinder meine Spiegel sind. Hier zeigen sie mir, dass ich in mir noch eine Wunde trage die noch nicht geheilt ist. Hier spüre ich Wut. Hier spüre ich Angst. Hier spüre ich absolute Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wie reagiere ich dann? Was tut mein Körper? Welche Gefühle erlebe ich und welches Verhalten zeige ich dann? Will ich das alles sehen? Will ich mich damit auseinandersetzen? Mein Körper ist im Stande, das alles zu überleben. Egal ob ich etwas tue oder nicht. Ich überlebe es.

Wenn ich jedoch wütend oder abwertend oder hart werde oder flüchte, schaltet sich dabei mein bewusstes Hirnareal ab und mein limbisches System, das für die Emotionen verantwortlich ist, an. Dann spüre ich das was sich in meinem Körper als Emotion zeigt. Das heißt ich bin gerade gestresst oder sagen wir ein Teil von mir ist gestresst, weil er eben keine Lösung für mein Problem findet. Und wenn ich es jetzt nicht schaffe mich mit Selbstanbindung zu beruhigen, schaltet sich auch dieses Hirnareal ab und wir befinden uns im ältesten Hirnareal wieder. Dem sogenannten Stammhirn. Hier fühlen wir nichts mehr. Rein gar nichts mehr. Wir sind nur noch am Überleben oder im Überlebensmechanismus. Wir kämpfen die ganze Zeit, flüchten und wenn all das nicht funktioniert erstarren wir und ein Teil von uns stirbt ab.

Also wenn wir zur „verlorenen Generation“ gehören, verletzen wir Menschen aufgrund dessen, dass wir uns selbst schützen. Wer sich schützt, fühlt nicht. Wer nicht fühlt, kann nicht in Bindung gehen. Wer nicht in Bindung geht, spiegelt dem anderen, dass du mich oder mein Herz niemals erreichen wirst. Wenn ein Kind das Herz des anderen nicht erreicht, weil dieser sich unbewusst vor den eigenen Emotionen aus der Kindheit schützen will, stirbt oder muss innerlich sterben.

Der Konsens lautet, wir verletzten uns in Beziehung und wir können auch nur in Beziehungen wieder heilen, weil wir alleine niemals spüren können, was unser Verhalten bei unserem Gegenüber auslöst. Wir tun alle so als wären wir erwachsen, was wir aber tief in unserem Körper nicht sind und wenn wir es ignorieren niemals sein werden.

Dann haben wir unser ganzes Lebenslang akzeptiert, gespalten, hingenommen, weggeschaut, gehofft dass es schon nicht so schlimm sein wird. Wir haben sie verlassen. Wir haben unsere Kinder verlassen und diesem Gefühl von Einsamkeit werden sie mit allen Mitteln versuchen zu entkommen. Sie sind getriebene Wesen auf der Suche nach sich selbst, weil wir uns selbst nicht finden wollten.

Es ist erst einmal eine Reise. Eine grausame und doch wunderschöne Reise zurück durch die eigene Geschichte die in der Akzeptanz, dem Wohlwollen und dem Verständnis zu dir selbst, zu deinem eigenen Wesen enden wird.

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