
Solange wir uns unserer eigenen Verletzungen nicht bewusst sind, sind wir erst einmal stark egoistische Wesen.
Egoistisch in dem Sinne, dass wir mit allen Mitteln versuchen unserem eigenen Schmerz aus dem Weg zu gehen. Es gibt unendlich viele Strategien und Möglichkeiten um diesen Verletzungen aus dem Weg gehen zu können.
Wir dürfen uns immer fragen „Warum tue ich das?“
Weil ich ein guter Mensch bin?
Weil ich einen Mehrwert zu irgendetwas beitragen möchte?
Weshalb braucht es einen Mehrwert und warum glaube ich, dass ich diesen Mehrwert dazu beitragen möchte?
Wenn ich viel Zeit in etwas investiere fehlt mir die Zeit und Energie an einer anderen Stelle.
Weshalb möchte ich, dass mir diese Zeit an einer anderen Stelle fehlt?
Was versuche ich damit in mir zu kompensieren oder zu entkommen bzw. was gibt mir das Andere, was ich mir selbst nicht im Stande bin zu geben?
Habe ich wirklich so viel Energie um sie auch noch in andere Tätigkeiten zu investieren?
Ich habe bereits schon oft die Erfahrung gemacht, dass Menschen die besonders viel geben oder tun meist die Menschen sind, die besonders viel Schmerz in ihrer eigenen Seele tragen und hoffe, dass sie ihn durch ihre guten Tätigkeiten oder durch ihr Bemühen irgendwie lindern können.
Ich tue doch schon etwas.
Ich tue doch schon so viel.
Aber ich tue eben nichts für mich.
Für uns Menschen ist es oft einfacher etwas für andere zu tun und zu geben und zu geben und zu geben anstatt selbst fühlen zu müssen, welche Menge an Schmerz sich in all den Jahren in der eignen Seele, im eigenen Herzen angesammelt hat.
Wir Menschen sind meister darin, den eigenen Schmerz zu umgehen uns als etwas „tolles oder besseres oder großartiges“ hinzustellen als zu sagen „ne du, das ist nur eine Strategie, ich bin nicht besser. Ich mache das nur, weil es der einfachere Weg ist um mir selbst zu entkommen.
Das wäre ehrlich.
Das wäre authentisch und es gibt die Möglichkeit darüber hinaus zu wachsen.“
Es gibt keine besseren oder schlechteren Menschen.
Der Mensch selbst ist egoistisch und wird es, wenn er nicht selbst für sich tiefes Mitgefühl empfinden kann, auch immer sein und bleiben.