Meine Liebe lebt in mir

Wenn ich hier von Liebe spreche, dann meine ich damit einen Menschen, der sich entschieden hat mit seinem Herzen sehen zu wollen.

„Ich hatte eine schöne Kindheit“ höre ich so oft. Das sagte ich früher auch einmal. Ja, bis zu dem Punkt an dem ich unter Tränen zusammengebrochen im Selbsterfahrungswochenende meiner systematischen Ausbildung steckte und wir uns meine Aufstellung ansahen.
Da ging es los. Nichts war ok. Gar nichts war ok.
Ich brach unter Tränen zusammen weil ich richtig lag.
Ich lag richtig. Meine Gefühle waren richtig. Meine Wahrnehmung über die Familie war richtig und es war der Schmerz, der mich in diesem Moment überkam. Der Schmerz was ich bis zu diesem Zeitpunkt alles habe erleben, ertragen, erdulden und mich so oft verlassen und verunsichern ließ, weil es um mich herum fast nur Trauma gab und gibt.

Menschen die mir sagten, ich sei das Problem.
Menschen die nicht fühlen wollen oder nicht mehr fühlen können.

Ich schreibe hier von Liebe.
Von der Liebe zu dir selbst.
Aber um der Liebe zu dir selbst begegnen zu können durchschreitest du ein Tal.
Ein Tal aus unendlicher Trauer, Einsamkeit, Verlust deines eigenen unschuldigen Wesens.

Was ich sehe ist eine hoch traumatisierte Gesellschaft.
Menschen die sich nicht fühlen können und die auch wiederum nicht im Stande sind sich in das Herz eines anderen Menschen einfühlen zu können.

„Klar kenne ich Liebe“.
Nein liebes kennst du nicht.
Du kennst die kindliche Form von geliebt werden aber der echten Liebe werden die wenigsten Menschen begegnen.
Sie zu berühren bedeutet im Feuer, wenn alles in deinem Körper weglaufen, schreien oder kämpfen möchte stehen zu bleiben.
Es ist nicht das Außen worauf du reagierst.
Es geht um alle Teile die in dir leben.

Ich muss alles was ich selbst nicht halten oder spüren kann abwerten oder von mir weißen, weil es mich sonst bewegt. Weil es sonst etwas mit mir macht.

Am Ende dürfen wir einfach nur empfangen.

Du musst überhaupt nichts tun. Gar nichts. Das Leben kommt. Das Leben trägt dich an alle Orte an denen du erwachen sollst. Du wirst an so viele Momente erinnert in denen du dich verlassen hast. In denen du etwas mit dir hast geschehen lassen, weil sie es liebe nannten.

Konsequenzen aus der Liebe heraus ist Gewalt. Pure Gewalt.
Regeln helfen um Kontrolle und Sicherheit herzustellen.
Rituale ermöglichen eine Scheinsicherheit die es nicht gibt.

Ich schaue in deine Augen.
In diese Augen die so viel sagen wollen aber eine Angst dich ermahnt, weil du so viele Male verletzt, beschämt, allein gelassen wurdest.

„Ich steige nicht aus“ sagst du.
„Ok“ sage ich. “ Ich bringe schnell die Sachen ins Haus und komme dann wieder“.
Ich spüre wie mich der Hunger hart werden lässt. Mein Mitgefühl schwindet. Du langsam vor meinen Augen verschwimmst. Ich verliere den Kontakt zu dir. Meine Grenze ist erreicht. Ich brauche etwas zu essen bevor ich verschwinde und meine Konditionierung meine innere Führung übernimmt.
Also laufe ich rein. Mache mir ein Stück Zopf und höre schon wie du zur Türe hinten rein kommst.
„Wie schön dass du da bist.“ strahle ich dich an. „Möchtest du mal beißen?“ frage ich dich.
“ Ne bähhh ist ja Honig“
„Ok möchtest du lieber Marmelade?“ frage ich dich.
„Ja und bitte ohne Butter“.
„Klar mache ich“
„Danke Mama ich wasche schon einmal meine Hände. Mit Seife?“

Hast du das erlebt?
Hast du das erfahren dürfen als kleines Wesen. Bewusste erwachsene Menschen die sich ihres eigenen Wesens bewusst waren oder sind?

Ich nicht und daher kommen all diese falschen Überzeugungen und der Impuls ständig gegen die Wahrheit die alles aufdecken könnte, zu kämpfen.

Wir erkranken nicht daran, dass wir so intelligente Wesen sind.
Wir erkranken daran, weil wir uns ständig selbst verlassen.
Weil wir uns innerlich nie mehr begegnet sind.
Weil wir uns nie in den Arm nehmen konnten.
Weil wir uns nie die Liebe schenken konnten, die wir so sehr als kleines Kind gebraucht hätten.

Ja daran erkranken wir.
An der Härte und unserem eigenen kalten Herzen.

In den Tränen eines Menschen spiegelt sich seine absolute Schönheit wieder.
Seine Berührbarkeit.
Seine absolut reines Herzen.

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