
Weihnachten, das Fest der Liebe. Alle sitzen sie da. Brav. Zusammen am festlich geschmückten Weihnachtsbaum. Duft von Essen liegt in der Luft. Kinderaugen leuchten, sie lachen und jauchzen. Es knistert ganz herrlich wenn die Geschenke ausgepackt werden.
Das ist die eine Seite von Weihnachten. Das Fest der Liebe und gleichzeitig ist es für mich immer das Fest des absoluten Grauens. Im ganzen Jahr fühle ich nie so diese Diskrepanz in meinem Inneren wie an Weihnachten. Alles ist so schön. So festlich. So fein und zerbrechlich. Ja so zerbrechlich wie eben auch mein Herz.
Ohne diese Vergangenheit könnte ich es vermutlich genießen. Sehe das Strahlen in den Augen meiner Kinder. Die Vorfreude die bereits Tage zuvor in all ihrem Sein zu spüren ist.
Für Kinder sollte es einfach nur schön sein. Sie sollten der Mittelpunkt sein und nichts anderes. Sie diese kleinen wundervollen Seelen, so wie ich es ebenso in mir spüre und der Schmerz, weil irgendwie alles an diesem furchtbaren Fest so miteinander verstrickt ist.
Benimm dich
Sei nicht zu laut
Mach langsamer, ruhiger
Nein jetzt noch nicht
Was soll denn das
Geh in dein Zimmer und beruhige dich endlich
Was ist nur mit dir los?
Kannst du dich nicht beruhigen
Nein warte
Hör auf ständig nachzufragen, das nervt.
Wir müssen uns benehmen. Still sein. Diesem Schein der erwachsenen folgen. Ständiges bangen, hoffen und in die Gesichter blicken um hoffentlich daraus lesen zu können, wann endlich die ersehnte Erlösung los geht und ich mein Geschenk auspacken darf.
Sie, die Erwachsenen, sehen und hören nur sich selbst. Sie finden sich und das was sie tun so toll und wertvoll…was für ein krankes System.
Sie haben einen Plan im Kopf, einen Plan den sie kleinlichst Verfolgen und wenn das nicht funktioniert übernehmen sie nicht einmal die Verantwortung für ihr eigenes Handeln sondern schieben es wem in die Schuhe? Natürlich mir, dem Kind, weil ich das kleinste Glied in dieser Kette bin und ich schlucke es runter, kann es nie verarbeiten und gebe des exakt so an die nächste Generation weiter.
Bitte liebes benimm dich einfach.
Sei die liebe brave Tochter, so wie ich dich einst erzogen habe und ich begann irgendwann einmal alles aus mir heraus zu kotzen. All das was nicht zu mir gehört. All das was nicht meins ist.
Ich will euer Trauma nicht. Ich will es nicht mehr. Ich will mich lieb haben.
Ich möchte gerne in mir wohnen. Meinen Körper ehren und jeden Tag liebevoll mit ihm umgehen. Ich möchte ihn würdigen und streicheln. Ich möchte ihn in den Arm nehmen und jeden Zentimeter meiner Haut wertschätzen.
Ich verstehe das Wesen das in mir lebt immer besser und es tut weh.
Es schmerzt.
Es zerreißt und weitet gleichzeitig mein Herz.
Ich weiß an manchen Tagen gar nicht wohin ich meine Wut richten soll und meine Kinder bekommen sie ab.
Ich liebe euch.
Ich liebe euch so sehr und gleichzeitig weil ich euch so sehr liebe, versteht ein ganz kleiner Teil von mir nicht warum meine Eltern mich nicht lieben können. Dieser Schmerz niemals gesehen zu werden löst eine Flut an Tränen aus die sich durch mich hindurch bewegen müssen. Zurück bleibt eine Leere die niemals wirklich gefüllt werden kann und die meistens, wenn sie unerkannt bleibt, die Voraussetzung für Depressionen ist.
Ich schaue euch an. Meine Eltern. Ich sehe in eure Augen und ihr seit mir so fremd geworden. Euer Körper ist mir Fremd geworden. Mit jedem Jahr in welchem ich mehr lerne mich zu sehen, mich anzunehmen, mich lieb zu haben, wächst diese Distanz zu euch.
Wie wenn ein gesunder Anteil, ein Beschützer sagte, lass los, lass sie gehen. Sie sind nicht für dich und du bist nicht für sie verantwortlich. Konzentriere dich auf dich. Komme in dein Licht, in deine Liebe. Sie sind tot. Mach dir das bewusst. Das was sie als Menschen ausmacht ist vor langer Zeit in ihnen gestorben aber du, du bist noch da, mit all deiner Kraft. Das was du fühlst ist nicht dein Schmerz. Es ist der Schmerz all der weiblichen Generationen vor dir, die ihr leben nicht haben leben können. Denen ein Leben aufgezwungen wurde, welches sie absolut überfordert und gebrochen hat. Lass den Schmerz zu. Weine. Komme bis an den Grund deiner Tiefe zu dir selbst und umarme dort diesen armen und kalten Schmerz. Hülle ihn ein mit deiner Liebe. Halte ihn fest, bis er in deinen Armen ganz weich wird und sich liebevoll an dich schmiegt.
Im Aussen können wir nichts tun. Nichts bewirken, weil jeder für sich selbst dafür die Verantwortung übernehmen muss… aber in mir. Nur für mich, kann ich meinem Trauma begegnen. Es würdigen und nach Hause bringen. Dann wird es ruhig. Friedvoll. Wertschützend. Mir gegenüber und somit auch allen anderen Menschen gegenüber. Ich werde menschlich und bleibe in meinem Herzen ein unglaublich feinfühliger Mensch.
Liebe Bloggerin,
dann übernehme doch endlich die Verantwortung für dich und dein Leben und das deiner Kinder.
Es bringt nichts, ständig in der Vergangenheit zu verharren und bildlich gesprochen, in der Scheiße zu rühren – dann hört es nie auf zu stinken!
Lass deine Eltern leben, sie sind sicher nicht tot!
In deiner Verantwortung liegt es auch, die ständigen Demütigungen, Verleumdungen und Verletzungen der Persönlichkeitsrechte Anderer zu unterlassen.
Dazu gehört auch das Recht am eigenen Bild (s. Hochzeitsfoto vor einigen Jahren).
Wenn ich eines deiner Elternteile wäre, würde ich dich anzeigen!
Oder eben den Weg des Gespräches wählen, aber nicht das Internet, in das mittlerweile jeder alles reinkotzen und reinscheißen kann – was mitunter ein Grund der Verrohung und Radikalisierung unserer Gesellschaft ist.
Denk mal darüber nach!
Doro aus KÜN
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Schäm dich Doro, schäm dich.
Was du hier gerade tust ist eine Form der Mittäterschaft.
Ich öffne mich hier als Opfer jahrelanger psychischer und körperlicher Misshandlung.
Alle, alle haben sie weg geschaut oder sogar aktiv mitgemacht.
Weißt du wie viel Kraft es mich kostet, das hier anzusprechen, auszusprechen was passiert ist?
Bis heute wird es in der Familie heruntergespielt und abgetan.
Meine Mutter ist nicht bereit mit mir in den Austausch zu gehen und offen anzuerkennen was passiert ist. Bis heute verschweigt sie mir was in meiner Kindheit passiert ist. Ich habe nur wenige aber sehr schlimme Erinnerungen und bis heute tiefe Wunde in meiner Seele, die mich 30 Jahre später immer noch Quälen.
Und du traust dich wirklich mich hier als Täter hinzustellen weil ich nicht schweige?
Weil ich es nicht herunterschlucke?
Schäm dich…
Ich möchte hier allen Mut machen sich ihrer Vergangenheit zu stellen.
Auszusprechen was passiert ist. Nicht hinzunehmen und an sich selbst zu zweifeln.
Aktiv klar zu benennen was passiert ist damit ein neuer Weg eingeschlagen werden kann.
Ich habe den Kommentar als erstes gelöscht. Es hat mich in meine alte Not gebracht Grenzüberschreitungen zu akzeptieren und herunter zu schlucken. Das werde ich aber nicht mehr tun.
Und ich möchte alle anderen Ermutigen für sich einzustehen. Glaubt an euch.
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