Momente der Ewigkeit

Wie anwesend bist du in deinem Leben.
Wie nah darf dir das Leben kommen?

„Du bist verliebt. Findest einen Menschen der alles in deinem Körper in Lebendigkeit und Freude verwandelt. Du kennst den Moment. Der Moment in dem sich zum ersten Mal die Hände berühren. Die Finger oder Fingerspitzen die alles erfühlen und spüren wollen. Die ganze Aufmerksamkeit liegt im erfühlen wollen des anderen Menschen. Du willst den anderen über deine Hände kennenlernen und erfassen.“

„Der Moment in dem du einen geliebten Menschen küsst. Wenn sich die Lippen ganz sanft berühren und du absolut in dieser Berührung aufgehst. Weich und sanft voller Liebe und Hingabe verschenkst du dich an dich selbst und an den anderen Menschen.“

Das Drama in unserem Leben entsteht nicht durch zu viel von diesen Momenten sondern von zu wenigen.
Wie sicher fühlst du dich mit deinem Gegenüber?
Wie zuverlässig und vorhersehbar ist das Verhalten dieser Person?

Meist leben wir in einer Partnerschaft ohne uns jemals zu begegnen.
Wir sind da ohne anwesend zu sein.

Denn um all diese schönen Momente voll und ganz genießen zu können gibt es einen Preis und der Preis lautet sich selbst zu ergründen.
Wenn ich nicht anwesend bin. Wenn das Wesen in mir nicht willkommen ist. Lebt hier eine Leere Hülle namens Körper, das die ganze Zeit versucht, gegen das zu kämpfen was in in ihm lebt.

Ich hätte gerne mehr von diesen schönen Momenten.
Ich würde sie am liebsten alle gerne festhalten und für immer an einen sicheren Ort bringen.
Das geht aber nicht, weil es eben nur ein Moment ist.

Genau so funktioniert es aber auch mit all unseren schweren und tiefen Gefühlen.
Sie kommen meistens, wenn wir uns nicht gut kennen, sind sie plötzlich da und dann mit so einer Intensität, dass wir unseren Körper nicht mehr steuern können. Dann steuert der Körper uns. Wir sagen Dinge die uns später Leid tun und zeigen ein Verhalten für das wir uns abwerten und schämen oder reden uns ein Recht zu haben obwohl wir sehen, dass wir unser Gegenüber zum weinen gebracht haben. Dabei handelt es sich dann um diesen wohl bekannten Narzissmus, der uns einfach nur davor beschützt das verletzte in uns selbst zu spüren.

Und wie gut sind wir nun darin, diese Wut oder Trauer oder Ohnmacht oder Unsicherheit oder Ängste zu halten. Ich sitze hier und halte meine Angst. Ich sitze hier und halte meine Wut. Ich sitze hier und halte meine Trauer fest. Fest im Arm. Du wütendes kleines Wesen gehörst nicht nach dort draußen damit du weiter um dich schlägst und kämpfst und vernichten will, was längst der Vergangenheit angehört. Du kleines verletztes Wesen gehörst zu mir. Nur zu mir und wenn ich es schaffe dir ganz bewusst zu begegnen findest du deinen Frieden in mir. Mit all den Tränen die ich weine. Die ich über mich selbst weine. Wenn das gefühlt „nicht gedacht sondern gefühlt“ aufgelöst werden kann, was ich selbst über mich in meinem tiefen Inneren abgespeichert habe, löst sich alles auf.

Die Verbindungen in meinem Gehirn lösen sich. Das ist der Moment der Unsicherheit, in dem ich am liebsten wieder zum Alten zurückgreifen möchte, weshalb es so viel Mut braucht diesen Weg gehen zu wollen, denn was habe ich dem Alten entgegen zu setzen. Erst einmal nichts. Nichts neues, da ich das Neue noch nicht kenne.

Aber ich bin erwachsen und ich weiß, dass ich erst einmal gar nichts brauche und im Moment der Unsicherheit verweilen kann. Unsicherheit bringt mich nicht um. Sie macht mich vielleicht verletzlich, vielleicht weine ich, vielleicht breche ich mit meinem Schmerz mal wieder zusammen. Halte mich. Liebe mich. Gehe wohlwollend mit mir um um dann wieder aufzustehen und mich umzuschauen.

Plötzlich riecht alles anders. Die Farben um mich herum gewinnen an Intensität. Mein Herz und alles in mir hat sich geweitet und wurde weicher. Ich habe mich mal wieder ein kleines Stückchen mehr befreit, denn die Sicherheit, an die wir uns oft im Außen oder an ein bestimmtes Verhalten oder Menschen klammern, die gibt es nichts.

Es gibt nichts außer dich.
Diese tiefe unbeschreibliche Verbindung zu deinem verletzlichen Wesen in dir.
Und es ist egal wie sehr es einen anderen Menschen stört, wenn du schon wieder weinst oder dir Ruhe und Wohlwollen schenkst indem du auf dem Sofa liegst und die Vögel vor deinem Fester beobachtest. Es ist dein Leben und das Leben besteht aus Momenten.
Aus kostbaren Momenten die du alle in dir fühlen kannst.

Die alle Sinn ergeben und je mehr du dich dir selbst hingibst.
Je mehr du dich selbst erkundest, entdeckst, in jedem Winkel deines Inneren abtauchst, wirklich sehen möchtest was da lebt umso mehr Sicherheit gewinnst du und umso mehr spürst du, dass alles sein darf.
Ich brauch nicht mehr kämpfen, weder gegen dich und erst recht nicht gegen mich.

Du musst…. Du sollst…..Du darfst nicht…..

Warum nicht?
Warum darf ich denn das alles nicht? Was passiert dann in dir wenn ich es nicht tue?
Was wird dann in dir wach gerufen?
Ich soll weiter machen und das Leid in kauf nehmen damit du nicht fühlen musst?
Das ging viele Jahre so aber das Leben besteht aus Augenblicken und in jedem kann ich so viel lernen. Besonders darüber den Moment und scheint er noch so schmerzhaft zu sein um ihn zu genießen. Mit jedem Atemzug. Mit jeder Selbstumarmung die ich mir und meinem Körper schenke.
Ich bin ein Wunder, ein unbeschreiblich großes Wunder und genau das darf ich in mir verinnerlichen.
Nicht übertrieben in dem Sinne dass ich nun ganz viel Zeit für mich brauche und mir nur gutes tun muss sondern in der Art und Weise wie ich mit mir umgehe!
Wie ich mit und zu mir spreche!
Ob ich mich abwerte oder einfach annehme was ist.
Ja heute habe ich keine Energie und du darfst das blöd finden und musst es nicht verstehen. Das ist ok und ich werde weiter hier liegen bleiben ganz achtsam, ganz liebevoll, ganz würdevoll in der Verbindung zu mir. Liegen und atmen.
Ich werde nicht mehr streiten, egal was du sagst, egal wie sehr du mich triggerst. Deine Themen sind deine Themen und meine Liebesgeschichte zu mir ist meine Liebesgeschichte.
Das ist alles was ich heute mit dir an diesem Morgen teilen kann.
Ein paar Worte die einfach so herausfließen wollen.
Fühle dich verbunden.
Verbunden mit dir und mit mir.

Hinterlasse einen Kommentar