Geliebter Mensch

Wenn ich Bilder sehe von meinen Kindern auf denen sie noch klein sind. So klein sind. Sehe ich nichts mehr als absolute Zerbrechlichkeit.
Eine Körper der so zart und zerbrechlich ist. Ein Kopf der nicht von selbst gehalten werden kann. Ein Wesen, das, wenn es runterfällt sich nicht einmal schützen kann.
Es kann nichts von selbst tun.
Es kann da liegen und hoffen und bangen und warten, dass es jemand sieht. Dass es jemand auf den Arm nimmt und liebt. Einfach nur liebt.

Immer wieder höre ich den Satz, was wir heutzutage so schwach sind.
Die Menschen von heute halten kaum noch etwas aus.
Was wir alles geschafft haben und sie sind nur am Meckern. Kaum belastbar sitzen sie da.

Und wie fühlt sich das an?
Wie fühlt sich das bitte für dich in deinem Inneren an, wenn da ein erwachsenes Wesen sitzt das nicht fähig ist alleine zu leben. Das bestimmt wird von seinem Inneren.
Das seinen Gefühlen einfach ausgeliefert ist.

Sag mir wie fühlt sich das für dich an?
Warum hast du dein Kind bekommen?
Hast du es jemals geliebt oder ist das nicht einfach das Resultat dessen, was du alles in deinem Leben hast verbannen müssen?
Mein Kind ernährt sich von meiner Liebe. Es saugt mich aus. Es will mich, am liebsten ganz in sich verschlingen.

„Mama, meine Göttin, meine absolute größte Liebe“ ist das was ich jeden Abend fühle wenn meine Kinder sich ganz dicht an mich gekuschelt meinen Arm nehmen ihn um sich legen und sagen „Mama drück mich. Halte mich fest bis ich eingeschlafen bin.“ Und ich tue es. Jeden Abend seit sie auf dieser Welt sind. Jeden Abend spüre ich diese absolute Verantwortung und Ehrfurcht die ich als Mama für die Seele und das Innenleben meiner Kinder verantwortlich bin.

Also bitte sage mir, wie du diese Worte so ohne jegliches Mitgefühl aussprechen kannst. Mir würde es mein Herz zerreißen. Mir zerreißt es mein Herz, wenn mein Kind vor mir steht und sagt “ Mama ich habe Angst. Ich habe Angst vor…..“ Jeden Tag, jeden Tag kam das in den letzten Wochen vor und ich weiß mittlerweile so viel und kann mir helfen und habe Werkzeuge dieser inneren Welt meines Kindes beizustehen aber das hatten wir alle nicht.

So lange wir glauben etwas in uns abstellen zu müssen. So lange das Leid eines anderen Menschen uns nicht mehr berührt und keine Tränen über meine Wangen laufen, ist etwas in mir gestorben. Etwas ist vor unglaublich langer Zeit in mir gestorben und nie mehr aufgewacht. Mein inneres liegt begraben in den Tiefen eines stillen Sees. Ich kann es sehen. Ich spüre ab und an die Sehnsucht danach aber was bräuchte es um dort hinab zu tauchen und nicht zu wissen was da auf mich wartet?

Also bitte sage mir, wie es dich ohne jegliche Emotion zurück lässt, wenn du dich von deinem Kind, deinem eigenen Fleisch und Blut, das einst in deinem Körper und mit deinem Körper erschaffen wurde so zurück lassen kannst? Ein Teil von mir lebt in ihnen und nur deshalb können wir doch nur so grausam sein. Du bist ein Teil von mir und deshalb darf ich so mit dir umgehen. Ist das nicht krank?

Ist es nicht so, dass unsere Kinder eigentlich die absolut gesunden Menschen sind.
Die mit ihrem Inneren verbunden sind? Die weinen, die schreien, die klagen, die sagen „du hast mir weh getan. Deine Worte haben mein Herz verletzt. So wie du mich anschaust tut mir das weh. So wie du mit mir umgehst fühle ich mich nicht wertvoll. Weder gesehen noch gehört und verstanden.“

Wir bringen uns um. Wir werden psychisch krank. Weil wir in einer Welt leben die absolut krank ist. Die absolut gespalten ist von sich selbst. Wir sollen funktionieren wie Maschinen und wer nicht funktioniert fliegt raus. Das beginnt mit dem Kindergarten und endet mit dem Tod.

Nur wenige Menschen erwachen. Nur wenige Menschen beginnen mit dem Herz zu sehen und mit dem Herzen zu fühlen.

Schaut hin liebe Generationen, das ist euer Werk.
Das habt ihr erschaffen. Mit eure Händen. Mit euren Gedanken. Mit euren Worten. Mit eurem nicht vorhandenen Gefühl.

Ihr habt das Monster, das in euch lebt erneut erschaffen um nun darüber urteilen und richten zu können wie toll ihr doch eigentlich seid. Wie stark. Wie viel ihr aushaltet. Ist das nicht krank?

Ich spiele dieses Spiel nicht mehr mit. Ich lasse mir weder von euch, noch von der Kirche mit all ihren Machenschaften die an diesem Elend unglaublich die Schuld trägt, nichts mehr sagen.

Ich höre auf mein Herz. Auf mein Inneres. Auf meine Seele. Auf das Leben.
Es war nicht das Leben das mich jemals verletzt hat. Es waren Menschen. Ihr Hände. Ihre Worte. Ihr fehlende Wärme.

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