
Wir leben in einer Gesellschaft die Meister ist im Verdrängen von Angst, von Wut, von Ohnmacht, von Hilflosigkeit, von Glück, von Lebendigkeit von Verantwortung.
Es gibt einen kleinen Raum in dem Emotionen geduldet werden. Es darf nicht zu viel aber auch nicht zu wenig sein. Ja so, so ist es genau richtig.
Und das macht krank. Das ist nicht normal. Das ist nicht menschlich.
Es ist nicht menschlich, dass ich mich als seltsames Wesen fühlen muss weil ich anders fühle, anders denke, anderes empfinde.
Es ist sogar gesund unnormal zu sein.
Am Rande des Gesellschaft zu leben und zu sehen, zu fühlen, zu spüren, zu hören was alles eben nicht gut läuft.
Wir haben ein Bild von einer glücklichen Familie vor Augen. Aber zu glücklich und zu laut und zu lebendig sollen die Kinder dann auch wieder nicht sein. ‚
„Seit leiser“, sagen sie.
„Fass nicht so viel an“, sagen sie, obwohl alles in Kinderhöhe angebracht wird.
„Dass ich immer so lange auf dich warten muss“, sagt die Mutter zu ihrem Kind obwohl sie noch weitere 10 Minuten sich unterhalten hat.
Wut ist ok aber auch nicht zu viel. Genau so wie zu trauern. Weinen ja aber jetzt reicht es dann auch mal wieder. Alles immer schön kontrolliert, nicht dass es außer Kontrolle gerät, weil was machen wir dann? Viele stehen hilflos daneben. Andere werden wütend, schreien, sagen dann aber wieder zum Kind, dass es sie eben bitte nicht anschreien solle, das sei respektlos obwohl sie den Respekt gleichzeit vom Kind einfordern? Hm so funktioniert es also schon einmal nicht. Dann arbeiten wir eben weiter mit der Angst und Konsequenzen usw. Usw.
Wir sehen nicht wo Kinder alles kooperieren. Wo sie uns hören. Wo sie uns sehen. Wo sie uns spiegeln.
„Kannst du nicht einmal in Ruhe stehen bleiben“ schnauze ich meinen großen Sohn an während er mir antwortet “ Du kannst es doch auch nicht Mama“
Bäm das hat gesessen.
„Ja du hast Recht sage ich zu ihm während ich auf meine Knie sinke. Du hast so was von Recht, ich kann es auch nicht. Aber wärst du bereit mit mir ab und an das zu üben? Vielleicht können wir es dann irgendwann einmal beide?Ich muss noch so viel lernen….“
In unserem Körper ist es manchmal sehr laut. Das weiß ich und unruhig. Aber da müssen wir nichts tun. Der will uns was sagen und wir können zuhören anstatt uns gleich wieder abzulenken.
„Ich muss..“ sagt mein Kopf und dann werde ich hart. Hart zu mir selbst.
Und wenn ich hart zu mir selbst bin, weil ich dadurch vielleicht in eine Überforderung gerate oder mich alleine fühle durchtrenne ich das wertvolle Band, die Verbindung zu mir selbst. Zu meinem Inneren.
Ich will das nicht mehr fühlen. Ich will mich dieser Spannung nicht mehr hingeben. Nicht mehr hin schenken. Und dann trenne ich mich von diesen Gefühlen ab und werde kalt, hart, unmenschlich.
Mein innerer Vulkan steht kurz vor der Explosion und wenn jetzt noch etwas dazu kommt anstatt mich zurück zu ziehen, zu regulieren indem ich herausfinde was da mit mir los ist, fliegt alles in die Luft. Ich schreie. Ich werde gemein. Ich demütige andere Menschen. Ich kritisiere. Ich verletze. Ich verletze meine liebste Menschen. Oder mir wird alles egal. „Soll er halt machen, ich habe ihm ja gesagt, dass man sich da verletzten kann“ und unterbringen somit die Bindung zu meinem Kind. Bin für mein Kind und sein Wohlbefinden nicht mehr verantwortlich…“
Und das weil mein Nervensystem alles nicht mehr halten kann und in den Überlebensmodus gewechselt hat. Nun bin ich wieder Kind und kämpfe alleine um mein Überleben.
Mir ist gerade nicht bewusst, dass ich erwachsen bin sondern ich bin alleine und ich muss das alleine schaffen, eben so wie ich es als Kind mehrfach durchlebt habe. Da ist niemand. Niemand der mir helfen wird. Niemand der mich versteht. Niemand mit dem ich mich verbinden und kurz schwach sein kann.
Wenn ich nun meinen Mann oder meine Kinder angreife ist das meine Traumaenergie und du brauchst so viel Bewusstsein um da nicht rein zu springen, also springen die meisten Menschen da rein. Und der Konflikt beginnt. Ich verletze dich und du verletzt mich.
Und wer hat angefangen? Ich. Ich habe angefangen, weil ich mich von mir selbst abgetrennt habe. Ich habe mich von meiner Liebe abgetrennt.
Das sind die Kreisläufe die wir immer und immer wieder erschaffen aus dem Nichtwissen über uns selbst.
Ich darf also erst einmal meine eigene Scheiße anschauen bevor ich von dir irgendetwas will oder erwarten kann. Ich bin umgeben. Umgeben von Seen aus Tränen die ich nie geweint habe. Von einer Wut die sich als meine Beschützerin so sehr all die Jahre eingesetzt hat. Die dafür verantwortlich ist, dass es mich überhaupt noch gibt.
Wir verletzen uns selbst. Ständig. Immer. So sind wir aufgewachsen. Das ist das was Erziehung mit uns Menschen macht. Es ist ein Kreislauf indem wir Masken und Menschen erschaffen die ihre Menschlichkeit verloren haben. Deren Herz einfrieren musste oder wir erziehen Kinder die nie gelernt haben mit Frust umzugehen, weil wir uns selbst nie gefunden haben und kein wirklicher echter Spiegel sein können.
„Du bist sauer. Du bist richtig sauer auf mich, weil ich Stop gesagt habe. Das ist ok. Das ist in Ordnung. Ich bleibe da. Ich beschütze mich und dich vor der Energie die aus deinem Körper kommt aber ich habe stop gesagt und dabei bleibt es. Ich liebe DICH.“