
Ich sitze da.
Tränen laufen über meine Wangen.
Mein Körper schluchzt.
Er krümmt sich unter dem inneren Schmerz immer wieder zusammen.
„Lass es zu“ flüstert mir eine leise Stimme ins Ohr.
“ Lasse zu, dass er sich durch dich hindurch bewegen kann. Fühle. Fühle was sich zeigen möchte.“
Mittlerweile kann ich mich halten. Spüre wie intensiv und gleichzeitig befreiend sich dieser Prozess in mir anfühlt. Wie extrem verbunden ich mich in diesem Moment mit mir selbst fühle. Wie gut ich mich selbst spüren kann.
Da ist Wut auf den Menschen, weshalb ich erneut mit den Gefühlen in Verbindung kommen und gleichzeitig eine tiefe Dankbarkeit die mir durch das Fühlen aufzeigt, was ich bisher erlebt habe, geschafft habe, gemeistert habe und das alles wie weg war.
Was ich als Kind erlebt habe. Durchlebt habe. Da ist Schmerz furchtbarer unerträglicher Schmerz. Einsamkeit. Scham. So viel Scham darüber wie ich bin, wie ich mich verhalte, wie ich gerne wäre und wie mein inneres es absolut nicht schafft, das alles miteinander zu verknüpfen.
Wenn du beginnst zu fühlen, bricht erst einmal alles in dir zusammen und du denkst dir „Fuck aber das wollte ich doch gar nicht“ nur gibt es jetzt kein zurück mehr.
Alles um dich herum wird klarer. Sichtbarer. Verständlicher.
Was das Wesen Menschen eigentlich ist.
Also öffne ich euch nun mal wieder eine neue Tür zu einem Raum, den ihr vermutlich lange Zeit gar nicht mehr fühlen konntet.
Woher kommt das Gefühl „Ich brauche Abstand. Das ist alles zu viel. Ich muss hier weg. Ich muss das für mich alleine klären. Ich habe das Gefühl, dass du mich komplett vereinnahmen willst.“
Als Kinder senden wir Signale an unsere Eltern.
Wir weinen. Wir schreien. „Ich will nicht in den Kindergarten“ und was tun wir? Was machen wir als Eltern in solch einer Situation?
Genau ich wurde einfach gebracht. Dort unter Tränen abgegeben, weil ein Kind muss da nun einmal durch und man kann nicht auf jedes Bedürfnis des Kindes Rücksicht nehmen und wir tun genau das Selbe.
Was wir jedoch bei diesem ganzen Handeln vergessen, ist der interne Prozess des Kindes und von dir!!!!
Weißt du was dabei in deinem Kind passiert? Warum es nicht dort hin will? Was gerade in seinem Inneren abläuft? Und wie du damit umgehen kannst?
Weiß dein Kind was in dir passiert? Was für Gefühle dich beschäftigen? Was dich zu dem Handeln bewegt welches du zeigst? Sprichst du mit deinem Kind darüber?
Ich denke nicht.
Und dann passiert folgendes, wenn wir uns nicht zusammen mit dem Kind auf die Suche machen, was hinter seinem Verhalten stecken könnte, wird es sich irgendwann von seinen Gefühlen komplett abtrennen. Es spürt dann nicht mehr den Schmerz aber es wird bockig, wirkt desinteressiert, fängt immer mehr an seinen Schmerz an anderen Kindern auszuleben, weil es selbst nicht weiß was da eigentlich mit ihm los ist.
Schmerz bringt dich dazu, ebenso andere Menschen verletzen zu MÜSSEN. Das nennen wir Widerholungszwang. Ohne Bewusstsein ist das eine ganz normale Reaktion auf Reize die wir nie verarbeiten konnten.
Was passiert wenn aus diesem kleinen Wesen, das ständig mit seinen Gefühlen alleine gelassen wird, ein erwachsener Mensch wird.
Genau, er läuft ein Lebenslang vor seinen eigenen Gefühlen, die in seinem Körper entstehen davon. Wir spüren eine Überforderung, Wut, Eifersucht, Neid und vielleicht auch noch ein bisschen Freude aber mehr auch nicht mehr. Diese ganze Bandbreite was es noch an Emotionen gibt ist nicht mehr zugänglich. Sie ist weg.
Wir haben es nun einmal nicht gelernt, wie das mit den Gefühlen geht. Was sie brauchen. Was sie uns sagen wollen. Und geben das was wir als Kinder erlebt haben an unsere eigenen Kinder weiter.
Wenn ich also in einem Gefühl der Überforderung bin, weil ich absolut keine Ahnung habe was gerade in mir passiert… was ich will, brauche und was der andere will und braucht….. gehe ich auf Distanz und zwar erst einmal auf Distanz zu mir selbst. Zu meinen eigenen Gefühlen. Weil da nie jemand da war.
Da waren nie erwachsene Menschen die sich wirklich mit dir befasst haben. Das sicherste für dich war immer der Weg in die Stille. Weg von Menschen die einen eh nur verletzen, verurteilen, über einen urteilen, verlassen und fallen lassen…Und das entspricht nicht der Wahrheit. Diese Reaktionen, dienen lediglich nur dazu, deine alten Muster beizubehalten, weil dein inneres nie verstanden hat, dass du jetzt ein erwachsener Mensch bist und eigentlich etwas neues Lernen könnte. Du fühlst dich immer noch klein. Überfordert. Musst dich schützen und darfst dich ja nicht vom anderen Menschen abhängig machen oder diese Abhänigkeit zeigen weil er das irgendwann dann einmal gegen dich missbrauchen wird, sagt das innere Kind. Aber deine Frau ist nicht Mama und dein Mann nicht Papa und das müssen wir ganz tief in uns hineinsinken lassen. Jeder Schutz den du verspürst und nachgehst macht eure Beziehung, eure Verbindung kaputt, weil es dem anderen signalisiert „dir kann ich nicht trauen. Tief in deinem Inneren bist du ein böser Mensch der mich irgendwann einmal verletzen wird.“
Ich laufe weg. Ich spreche nicht mehr. Ich werde wütend und schreie dich an. Mein ganzer Körper wird taub und ich sage „Was ist denn los? Ist doch gar nicht so schlimm… musst du doch nur akzeptieren.“ Ich bin also nicht fähig eine wirkliche Verbundenheit zu einem anderen Menschen entstehen zu lassen.
Ist eigentlich ein Ausdruck davon, dass ich absolut keine Ahnung habe, was all diese Emotionen von mir wollen und ich versuche sie wieder zurück in ihr Gefängnis zu schieben und mich abzulenken bis ich mich wieder besser fühle. Die Emotionen sich reguliert haben und ich wieder Lust in mir verspüre mich auf den anderen zuzubewegen.
Der andere jedoch, der zurück bleibt, muss mit all diesen Gefühlen da sitzen und wird wieder verlassen. Ist wieder zu viel. Ist wieder zu kompliziert. Ist wieder zu unangenehm. Er versucht die Verantwortung für diesen Konflikt zu sich zu holen. Sucht Lösungen um irgendwie Kontrolle über eine Situation zu erlangen für die es gerade im Moment keine Lösung gibt. Er versinkt in ein tiefes leeres Loch, was zu einer Depression führen kann.
Die Wahrheit ist, beide Seiten können nichts ändern so lange sie den Blick auf den anderen Menschen haben.
Ich darf mich ehr fragen, „Wie alt ist diese Not der ich gerade begegne? Was habe ich in meiner Kindheit erlebt? Wie wurde damals mit Konflikten umgegangen? Wem wurde die Schuld am Konflikt und an der Gefühlen die zum Konflikt geführt haben gegeben? Bin ich mir bewusst, dass ich durch meine emotionale Abschottung andere Menschen verletze, weil ich plötzlich emotional unerreichbar bin?“
Aber wie soll ich denn da jetzt etwas verändern, wenn ich es nie gelernt habe?
Genau, das ist die Frage, in dem du als erwachsener Mensch dir Hilfe suchst.
Es gibt mich oder viele andere Menschen die sich bereits sehr stark diesem Thema gewidmet haben und dir helfen können, damit du lernst mit all deinen Gefühlen sein zu können ohne sie ausagieren zu müssen.
Dann kannst du Schritt für Schritt langsam deine Masken ablegen und schauen was am Ende übrig bleibt.
Du. Du mit all deinem Sein. Mit all deinem Bewusstsein über dich.
Über deine Stärke. Über deine Schönheit. Über dein Handeln und deine Gefühle die du alle nach Hause holen kannst.
Darüber, dass jeder Mensch in sich eine wunderschöne fantastische Welt trägt von der die meisten Menschen noch gar nicht wissen, dass es sie gibt.