Mein Weg

Wenn ich meine Kinder durch ihre Not begleite, sitze ich meist sehr demütig und mit vielen gemischten Gefühlen daneben. Ich weiß nicht was ich tue. Ich weiß nicht ob das was ich tue, denke und fühlen soll richtig ist. Angst erfüllt den Raum. Jeder Schritt fühlt sich ungewohnt und unsicher an. Manchmal fühle ich mich wie ein kleines Kind, das beginnt seine ersten kleine Schritte zu gehen. Ich weiß nicht ob ich meinen Kindern damit helfe oder ihnen das Leben unnötig schwer mache. Oft höre ich Sätze wie “ aber so läuft das doch da draußen in der Welt nicht. Ich müsste meine Kinder erziehen und sie für das Leben abhärten. Konsequenzen an sie heran tragen.“

Mein Herz sagt aber „nein mach das nicht. Schau dich an. Fühl in dich hinein. Fühlt sich das in dir heil an oder ehr zerbrochen? Bist du ein gebrochener Mensch? Und ich muss sagen ja. Ja das bin ich.“

Heute früh sagte ich zu meinem Sohn
„Weißt du eigentlich müssten wir erwachsenen so viel von euch lernen und das einfach nur weil euer Herz noch ganz ist und meines ist verletzt. Zerbrochen. Voller Löcher in die sich meine Angst gesetzt hat und Narben die mir einreden mich schützen zu müssen. Eures ist noch so rein. So voller Liebe und Weisheit. Ich schaue euch zu und kann so viel über Liebe, Vertrauen, Angst und Mut lernen.“

Ich stehe da reiche euch meine Hand. Ihr könnt sie nehmen wenn ihr sie braucht. Halten. Drücken. Sie kann euch umarmen, wenn ihr gehalten werdet wollt. Sie ist einfach da. Immer. Und wenn ich einmal sterbe und meine Hand physisch nicht mer da ist möchte ich, dass ihr eure Augen schließt und wisst, dass ihr geliebt wurdet. Von ganzem Herzen geliebt.

Ich habe mich auf den Weg gemacht euer Wesen kennen zu lernen weil die Liebe zu euch so stark ist und habe Erfahren, dass ich zu aller erst mich heilen muss damit ich euch in eurer Ganzheit und Reinheit sehen kann. Verstehen kann weshalb ihr tut was ihr eben tut. Wie sich Vertrauen und Angst anfühlt. Ich habe mit euch die Angst gesehen. Ich habe mit euch die Ohnmacht gefühlt. Ich habe mich eurer Wut gestellt. Wie sie da steht. Ihr in all eurer Kraft und mich anschreit. Ich liebe diese Energie in euch und hasse es zu spüren, wie viel Angst in mir auf kommt weil ich sie einst habe aufgeben müssen. „Ich bin schlecht ,wenn ich mich so positioniere. Dann verliere ich Menschen. Dann werde ich verlassen. Dann bin ich alleine, weil ich mich selbst jedes Mal verlasse und anpasse anstatt meiner Wahrheit zu begegnen und sie zu leben.“ Dann sitze ich da und akzeptiere genau das. Dass das eben gerade so ist. Dass ich jetzt noch nicht den Mut habe. Dass meine Kapazität noch nicht ausreicht aber irgendwann schaffe ich das.

Dieses kleine wundervolle verletzliche Wesen durfte wachsen. Mit jedem Tag lernen wir uns besser kennen. Ich stehe zu all meinen Taten. Zu allem was ich euch und eurem wundervollen Körper angetan habe, wenn ich euch am Arm gepackt, angeschrien und euch Angst gemacht habe. Ja das habe ich getan und ich verweile mit euch in dem Gefühl von Wut , Trauer und Heilung.

Noch nie in meinem Leben habe ich so viel bedingungslose Liebe erfahren wie durch euch. Ihr gebt mir all die Kraft die ich brauche um diesem verletzte Wesen in mir zu begegnen. Es sitzt da, mit Schrammen, Narben, abgemagert. „Ja ich habe dich lange nicht sehen wollen. Ja ich habe lange weggeschaut. Ja ich habe lange so getan als ob es dich nicht geben würde. Habe dich ignoriert oder angeschrien, dass du deinen Mund halten sollst. Du welches mir das Leben so schwer gemacht hat. Du was einfach nicht gehen wollte. Du was mich so sehr braucht. Du was so sehr um mich kämpft. Du was mich so sehr liebt.“

Ich umarme dich. Ich halte dich. Ich halte dich. Ich halte dich. Ich gebe dich nie mehr her. Ich halte mich in meinen eigenen Armen. Wiege mich. Ich bin zurück. Zurück bei dir. Nun besuchen wir gemeinsam die Hölle, wenn es in mir beginnt zu wüten, zu stürmen und alte Geschichten erneut lebendig werden.

Heilung findet immer von Innen nach Außen statt.

Das Leben ist eine Reise. Jeder Tag öffnet eine neue Seite für dich in deinem Buch deines Lebens. Deine Gedanken. Deine Gefühle. Deine Angst. Deinen Mut. Deine Liebe.

Wir können leider auf nichts zurück greifen, denn das was wir erfahren haben, kann uns nichts über das Wesen Mensch erzählen. Erst wenn du einmal den Heiligen Raum des sein dürfens betreten hast, weißt du wovon ich spreche und hier schreibe.

Sein dürfen. Geliebt werden wollen, so wie wir sind ist das was wir uns Menschen von ganzem Herzen am aller meisten wünschen und genau das können wir selbst erschaffen. Das müssen wir uns selbst erschaffen, weil niemand kommen wird um das für dich zu tun.

Tauche ein in diese große Welt, die dich in deinem Inneren umgibt.
Tauche ein in dieses Paradies, welches dich sucht. Welches dich so sehr vermisst.

Ein Kommentar zu “Mein Weg

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