
Du, du wunderschöner kleiner Mensch schaust mich an.
Du, schaust mich an mit deinen großen blauen Augen dessen tiefe bis ins unendliche reicht.
Du, welcher voller Begeisterung, Lust und Neugier auf dieses Leben ist.
Du, Wesen welches nicht nachdenkt sondern gleich handelt und dann erst sieht, was dieses Verhalten so alles mit sich zieht. „Das wollte ich nicht“ schaust du mich an.
Mama ich brauche Liebe.
Mama ich brauche deine Arme.
Mama ich brauche deine Ohren.
Mama ich brauche deine Augen die in mir sehen, was ich gerade nicht sehen und noch nicht halten kann.
Mama ich brauche dich, all deine Tränen und dein ganzes weites offenes Herz.
Mama leere dich, entleere dich von allem was du glaubst und von was du überzeugt bist. Mama habe Werte nach denen du dich ausrichtest und in diese Welt gehst, damit ja damit ich herauskommen kann.
Mit all meinem Sein.
Mit all meiner Stärke.
Mit all meine Licht.
Gerade bin ich noch klein und so zerbrechlich.
Fragil.
Aber wenn ich einmal, nur einmal meine Stärke in mir, in meinem Herzen spüre, dieses Wohlwollen dieser Überschuss an Liebe für das was ich bin, hast du deinen Dienst getan und dann gehe ich los.
Ich weiß mein Anker ist mein riesengroßes Herz und ihr.
Ihr, meine Eltern.
Eltern die stehen bleiben.
Ganz klar und offen.
Bei denen du sein darfst wie du dich eben gerade in diesem Moment fühlst.
Voller Wut, voller Verzweiflung, voller Angst, voller Lust, voller Neugier, voller Hingabe.
„Du blöde scheiß Mama“ schreist du mich an.
„Ich hasse dich“.
„Es ist ok.“ Gerade fühlst du das und das was du fühlst hat eine Daseinsberechtigung und wo sollten wir denn diese Dinge fühlen?
Natürlich bei Menschen die uns bedingungslos lieben.
Du liebst mich und ich liebe dich und hier schenke ich dir den Raum in dem du sein darfst.
Ich kenne dich.
Ich kenne deine Wunden, deinen Schutz, deine Strategien.
Und die will ich nicht. Ich will keine deiner Strategien unterstützen, deshalb bleibe ich.
Ich bleibe da, damit es brennt.
Ich bleibe da, wenn alles in dir zusammenbricht.
Ich bleibe da, wenn dein Schutz zerspringt und dieses kleine verletzt und blutende Wesen vor mir sitzt. In der Erde, im Dreck, auf dieser Erde und ich komme zu dir und ich beginne dich vorsichtig zu streicheln.
Ich setze mich zu dir auf die Erde und nehme dich auf meinen Schoß.
Unsere Augen treffen sich und ich ehre dich. Du siehst es in meinen Augen. Du hast einen direkten Blick in meine verletze Seele, so wie ich in deine Blicken kann.
Ich küsse dich.
Ich küsse dich auf deine Stirn und sage dir, es ist nun vorbei.
Ich trage dich.
Ich trage dich.
Und trage dich ins Licht.
Du brauchst mich, um ins Licht zu kommen.
Du brauchst mich, weil du dich sonst nicht regulieren kannst und einfach nur abstumpfst.
Verdrängst, innerlich stirbst.
Abstirbst.
Dann tut es nicht mehr weh, dann kann ich nicht mehr verletzt werden.
Dann weinen die anderen aber ich nicht mehr, weil ich eben schon gestorben bin.
Irgendwann sterben wir alle.
Aber ich will, dass du lebst.
Ich wünsche mir, dass du fliegst.
Ich wünsche mir, dass du irgendwann deine Hand auf dein Herz legst und in dich hineinflüsterst, „Ich liebe dich mein inneres Wesen, ich liebe dich so sehr und ich danke dir. Ich danke dir, dass es dich gibt. Du bist so schön. So wunderschön.“
Wenn wir bei unseren eigenen Eltern uns von klein auf nicht sicher fühlen.
Uns und unsere Gefühle, Emotionen verstecken und verbergen müssen.
Wenn wir erzogen, dafür Beachtung oder Beschämung erfahren, bringen wir unseren Kindern von klein auf bei, dass wir sie nur lieben können, wenn sie unseren Erwartungen erfüllen. Wir bringen ihnen von klein auf bei sich selbst zu belügen.
Es wird zu unserer gelebten Realität gegen unser Inneres zu leben.
Daher kommen die Widerstände.
Die Erschöpfung.
Das eine zu sagen und das andere zu tun.
Die ganzen Missverständnisse und inneren Konflikte.
„Mama ich brauche dich, ich brauche dich gerade so sehr aber ich habe auch Angst, unfassbare Angst vor deinen Augen, deiner Reaktion, deiner Wertung oder Bewertung über mich.“
Wenn wir ankommen.
Wenn wir dort ankommen im Frieden und Bewusstsein, dass sich das Leben um uns kümmern wird und wir keinem Menschen hinterher laufen müssen der uns nicht will. Der uns nicht wertschätzt und wir alles nur noch einmal erleben um aus unserem kindlichen Bewusstsein heraus zu wachsen, dass es Trennung niemals gibt, entsteht Frieden.
Tiefer Frieden in uns selbst.