
Unser Nervensystem ist dafür da um uns aus den Erfahrungen, die wir bisher in unserem Leben erlebt haben zu beschützen.
Es reagiert ziemlich autonom. Ohne jegliches Bewusstsein.
Wir spüren einen Impuls und folgen diesem ohne eine wirkliche Erklärung zu finden, weshalb wir tun was wir tun. Wir machen einfach. Handeln automatisch danach was dieser Sog von uns möchte.
Deshalb sage ich immer, es braucht die Voraussetzung, dass wir erst einmal ehrlich zu uns selbst sind.
“ Ja ich habe Angst.“
“ Ja ich fühle mich überfordert.“
“ Ja ich bin mit mir absolut nicht im Reinen.“
“ Ich mag mich nicht.“
“ Ich lehne meinen Körper ab, finde ihn so ….. oder so…..“
Diese Wahrheit tief in sein Inneres fließen zu lassen braucht unglaublich viel Mut.
Eine Welt zu betreten die mir einerseits so fremd und doch so vertraut vor kommt.
Wie oft sehe ich meine Kinder in ihrem Schmerz.
In ihrer Überforderung. In ihrer Angst.
Sie können dir alles zeigen. Sie zeigen dir, wie die Emotionen langsam oder auch sehr plötzlich nach oben steigen. Sie sind mit ihrem Inneren tief verbunden. Sie sind ganz ehrlich zu sich selbst. Und der Körper versucht, die Ladung die an Energie nach oben steigt, aus dem Körper heraus zu arbeiten. Es handelt sich hier um Überlebensstrategien, die unser Bewusstsein umgehen. Ein Cocktail aus Adrenalin und Cortisol das unser Körper abbauen möchte.
Deshalb können wir hier mit Sprache nichts mehr erreichen. Wir erreichen den Menschen, der in diesem Körper lebt nicht mehr und das weil unser Nervensystem unser Überleben nicht sichern könnte. Stellt euch vor, ihr werdet wirklich von einem anderen Menschen angegriffen und nun beginnt ihr zu überlegen,
„sollt ihr euch schützen? Was ist wenn ihr den anderen verletzt? Hat dieser Mensch vielleicht eine Familie und Kinder? Ist es überhaupt in Ordnung sich zu währen? Ist es in Ordnung einem anderen Menschen so weh zu tun, dass dieser Schmerzen erleidet?“
Dann könnte es zu spät sein und ihr liegt da und dein Körper wurde verletzt.
Nein, bestimmte Gehirnareale schalten sich automatisch ab und entsprechend empfinden wir keine Empathie mehr, da wir uns nicht mehr spiegeln können. Wir können die Mimik des anderen Menschen nicht mehr lesen. Unsere Sprache verändert sich. Der Ausdruck unseres Körpers wird starrer. Wir handeln nun genau so wie Tiere. Und wir haben darauf wenig bis keinen Einfluss.
Unsere Vergangenheit hat unser Nervensystem entwickeln lassen und je mehr Liebe, Mitgefühl, Empathie und Co-Regulation du erfahren hast umso ein größeres Spektrum an Handlungsalternativen hast du zur Auswahl.
Wurdest du aber mit einer klaren Linie aus Erziehung, Macht und Kontrolle erzogen, verfällt dein Körper jedes Mal wenn deine Emotionen sich lösen entweder in eine Reaktion der Übererregung (Schreien, Schimpfen, das Kind packen, Gedankenkreisen, innere Unruhe, dich selbst bestrafen, sich selbst die Schuld geben. Die Energie fließt dann ins Außen oder nach Innen.)
oder wir geraten in die Untererregung (Depressive Zustände, Gefühlstaubheit, Erschöpfung, Müdigkeit, Niedergeschlagenheit) .
Wir fallen aus dem Stress-Toleranz-Fenster heraus. Wir können nun auch nicht kooperieren. Unser Nervensystem ist dazu nicht in der Lage. Es muss sich erst einmal selbst beruhigen. Erden. Neu ausrichten um dann sich wieder einzupendeln und in einen Ventralen Zustand zu kommen.
Das alles hätten uns unsere Eltern beibringen sollen. Wie gehe ich eben mit meinen Gefühlen und den unterschiedlichen Zuständen um. Emotionen wollen sich bewegen und wir alle haben diese Überlebensstrategien und brauchen dann ein anderes Nervensystem um uns regulieren zu können.
Wir brauchen den Herzschlag und den Atem eines ruhigen bewussten Menschen neben uns, der uns einfach nur aus diesem Zustand ganz ruhig und liebevoll herausholen kann.
Niemand der zusätzlich schimpft, erzieht, Druck aufbaut, fordert oder sanktioniert.
Jeder Mensch gibt zu jedem Zeitpunkt sein bestes und der Traumasog ist so massiv, dass wir, wenn wir dort hinein geraten nur zerstören können. In diesem Moment, ist das nicht der bewusste Mensch der in seinem Körper anwesend ist, sondern er kämpft um sein Überleben, eben mit den Mitteln die er als Kind zur Verfügung hatte.
Also öffne den Raum. Öffne dich für deinen Schmerz. Für dein Bewusstsein. Dafür, dass du immer achtsamer und bewusster alles Prozesse mitbekommst die gerade in deinem Inneren ablaufen. Achtsamkeit. Entschleunigung ist der Gegenpart zur Dysregulation.
Aus Überlebensstrategien kann nur Schmerz entstehen. Wir schlagen Wunden in die Herzen und die Seele von anderen Menschen aufgrund von Erfahrungen, die unser Nervensystem nicht verarbeiten konnte dieses nun in einen dysregulierten Zustand gerät und um sich schlägt.
Meine Arbeit besteht darin, alles was in der Vergangenheit von unserem Nervensystem nicht richtig verarbeitet werden konnte, zu betrauern. Bei mir wird viel geweint. Sehr viel geweint. Bei mir bekommt endlich dieses kleine innere verletzte Wesen in dir die Möglichkeit deine Geschichte, die du einst erlebt hast in ein wunderschönes goldenes Licht zu tauchen. Du wirst erkennen und verstehen lernen weshalb du bist wie du bist. Weshalb du handelst wie du handelst.
Du kannst es fühlen. Denke über deine Vergangenheit nach. Spüre in sie hinein und wenn du das Gefühl hast, ich spüre gar nichts oder ich bekomme keinen Zugang zu dieser Zeit. Es fühlt sich an als hätte das jemand ganz anderes erlebt, dann bist du bei mir genau richtig. Denn hier schützt dich dein Unterbewusstsein vor der Masse an Überlebensenergie die noch in deinem Körper irgendwo in dir verborgen liegt und dir täglich ganz viel Energie raubt, damit du sie nicht fühlen musst.