Bin ich verrückt?

Oh, das dachte ich so eine lange Zeit von mir.

Bin ich vielleicht wirklich verrückt geworden? Und es machte mir Angst. Furchtbare Angst.

Ja ich war Magersüchtig und ja etwas in mir steuerte mein Verhalten welches definitiv nicht gesund war aber niemand konnte mir erklären weshalb ich tat was ich eben tat. Dass es ein Hilferuf meiner Psyche war die nicht mehr länger in diesem Familiensystem leben konnte.

Aber nein ich gab mir die Schuld.

Mit mir stimmte etwas nicht.

Ich funktionierte einfach nicht mehr so, wie ich es einst tat und ich fing an mich selbst zu verurteilen und zu schämen.

Ab dem 13. Lebensjahr befind ich mich immer wieder in Therapie und es half mir nicht weiter. Da sitzen Menschen die sich Therapeuten nennen und jegliche Emotionen aus der Therapie heraus lassen. Aber was ein Mensch braucht um heilen zu können sind Emotionen. Ist Sicherheit und besonders einen sicheren Rahmen mit Bindung.

Das bekam ich aber nicht. Das fand ich damals nicht und fing immer mehr an an mir selbst zu zweifeln.

Nur weil ich Psychotherapie studiert habe, bedeutet das nicht, dass mir bewusst ist was mein Gegenüber alles braucht und gerade durch machen muss um in seinem inneren etwas verändern zu können, damit die Not schwindet und er sich am Ende auch anders verhalten kann.

Wir appellieren ans Gewissen an so sollst du dich verhalten und so nicht. Aber ihr lieben hier geht es um Not und Not braucht Sicherheit und wenn die Sicherheit fehlt versuchen wir einfach nur auf niedrigste Art und Weise uns zu schützen und zu überleben.

„rede bloß mit niemandem drüber“ sagte meine Mutter.

Heute weiß ich, dass genau darin das Hauptproblem liegt. Ich kann mir nicht helfen, sonst hätte ich es bereits getan. Mein Umfeld kann mir nicht helfen und sagt mir ständig, dass ich mich bitte noch ein bisschen disziplinieren sollte, was wiederum zur Erschöpfung führt.

Mittlerweile bin ich so weit gekommen. Habe so viel verstanden was alles schief läuft und was wir Menschen brauchen. Ich möchte helfen. So gerne Menschen helfen, die sich selbst nicht verstehen. Die täglich an sich zweifeln und ebenso von sich denken, dass sie irgendwie verrückt sind und nicht in die Gesellschaft passen.

Ich gebe euch Raum.

Ich gebe euch Sicherheit.

Ich gebe euch Zeit.

Mittlerweile weiß ich, dass ich verrückt bin. Zumindest bin ich nicht so wie die meisten anderen Menschen. Ich habe mich selbst wieder gefunden. Mein Inneres ist mir wichtig. ich bin mir wichtig und das ist in Ordnung. Ich habe den Kampf in mir beendet damit der Frieden endlich zurück kommen kann.

Ich werde nie mehr an mir zweifeln.

Ich weiß mittlerweile woher all mein Leiden kommt und dass ich mich für mein Verhalten absolut nicht schämen muss. Alles wird sich verändern aber eben in meinem Tempo.

Meine Seele kuschelt sich gerade an mich und umarmt mein Herz.

Ein Kommentar zu “Bin ich verrückt?

  1. Jahrzehntelange Selbstzweifel und falsche Glaubenssätze und plötzlich die Lösung. Da zieh ich in Demut den Hut. Wenn nur alle Schattenkinder so spontan geheilt werden könnten .. Ich wünsch dir zu allem auch noch etwas Glück ..

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