
“ Es ist nur ein Kaffe der sich gerade über das Kissen und die Decke verteilt.“
„Es sind nur deine zornigen Augen die mich so sehr in der tiefe meiner Seele berühren.“
„Es ist nur dein NEIN, welches meinen Körper zum Kämpfen bereit macht und mich in einen Menschen verwandelt, der nur noch überleben möchte.“
So bin ich nicht und so will ich eigentlich auch gar nicht sein, höre ich immer wieder von meinen Coachees oder spüre es am eigenen Leib.
Trauma ist oft so unauffällig, so subtil, spürbar ohne dass sich etwas im Außen verändert.
Ein Zaubrer, welcher sich in jede Form und jede Gestalt verwandeln kann und du ständig an deiner Wahrnehmung zweifelst.
„Ist das wirklich so?“
„Stimmt meine Wahrnehmung?“
„Werde ich gerade schlecht behandelt?“
„Mama und Papa streiten auch wenn sie zu mir sagen, es sei alles ok“
„Mama geht es schlecht auch wenn sie zu mir sagt es sei alles in Ordnung.“
„Beeil dich.“
„Warum träumst du schon wieder.“
„Wo bist du denn?“
„Ich habe heute so viele Kompromisse gemacht, kannst du nicht mal, nicht einmal dankbar sein?“
Verändere dich doch.
Mach doch mal.
Also so schwer kann das doch nicht sein.
Diese Aussagen zeigen immer wieder sehr klar und deutlich, wie wir selbst aufgewachsen sind.
Wie wenig wir uns selbst kennen und wissen wer wir sind.
Wenn ich Menschen frage
„Warum? Weshalb tust du das?“
bekomme ich fast nie eine Antwort.
„Warum fragst du mich das? Keine Ahnung. Weiß ich doch nicht. Mir wäre all dein fragen einfach viel zu anstrengend. Du stellst aber fragen. Jetzt nerv nicht und hör auf damit.
Themenwechsel oder ignorieren, dass ich etwas gefragt habe.“
bekomme ich sehr oft als Antwort. Ein ab tun. Ein weg stoßen. Ein auf Distanz gehen, weil ich dem Menschen zu nahe komme. Weil es dann auf einmal und plötzlich um Gefühle geht, die die Menschen wirklich fühlen anstatt denken müssten.
Nah.
Berührbar.
Verletzlich.
Es sind unserer Schutzmechanismen.
Strategien.
Manipulierendes Verhalten welches nun zu Wort kommt. Tränen. Vorwürfe. Täter – Opferumkehr.
Also können wir sagen, bevor wir ausrasten, schreien, uns abwenden, schimpfen, drohen usw. passiert etwas in uns. Ein Gefühl wird berührt. Ein Gefühl möchte jetzt gerne von dir gesehen und gehört werden, die Frage ist nur ob du das fühlen und halten kannst.
Wie sieht es bei dir mit der Selbstverbindung aus?
Mit Selbstwirksamkeit und das Bewusstsein über deinen eigenen Schmerz?
Kannst du deinen Schmerz sehen? Deine Verletzungen spüren und halten?
Kannst du mit jemanden darüber sprechen?
Kannst du dir selbst eingestehen was du alles erlebt und durchlitten hast?
Bist du dir deiner selbst bewusst?
Früher wollte ich immer Menschen retten und sie auf den richtigen Weg bringen.
Heute bin ich lediglich dabei einfach nur mich selbst zu retten und spüre, wie viel Kraft mich diese Arbeit kostet und wie viel sie mir gibt.
Ich weiß wie sich Schmerz anfühlt.
Ich weiß wie sich tiefe Scham anfühlt.
Ich kenne die Momente in denen ich nicht mehr leben wollte.
Ich kenne die Ohnmacht und Hilflosigkeit, die Angst und ich wachse. Ich wachse und wachse immer weiter, weil Schmerz und Rückzug niemals die Lösung für einen Konflikt sein kann.
Das einzige was dabei passiert ist, dass ich zurück gedrängt werde, weit zurück in meine eigene nicht lösbare Kindheit, die ebenso unlösbar zur Kindheit meines eigenen Kindes wird.