
Du denkst dir bestimmt, ah was für ein Quatsch schreibt sie da denn jetzt schon wieder?
Und ich sage dir, es wird vermutlich einer meiner ehrlichsten Texte werden.
Früher habe ich mich so oft selbst beschämt, klein geredet, meine Gedanken und Gefühle weg gedrückt.
„Glaube niemals das was du fühlst und wahrnimmst, es könnte zu deinem absoluten Unglück werden. Es könnte deinen Tod bedeuten.“
So oder so ähnlich fühlte ich es lange.
Ich spürte, dass da was in der Familie nicht stimmt. Aber ich war klein und unsicher und einfach nur abhängig von der Liebe meiner Eltern. Ohne sie hätte ich nun einmal nicht überleben können.
Aber jetzt bin ich älter.
Jetzt bin ich erwachsen.
Jetzt bin ich Mama
Und jetzt liebe ich.
Ich liebe aus meinem ganzen Herzen heraus.
Gestern im Coaching wurde ich gefragt,
„Ging es dir auch einmal so schlecht? Wie hast du das geschafft?“
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Ich wusste nicht einmal wie ich den nächsten Tag überstehen sollte. Es war alles nur noch grau und sinnlos und mein Körper fühlte sich an als ob er bei mir bleiben müssen, weil er sich eben nicht einfach von mir abtrennen konnte.
Ich wollte schlafen. Nur noch schlafen. Ich war jung und dennoch so müde von diesem Leben. Von diesem Kampf, den ich bis jetzt mit mir selbst geführt habe.
Ich hatte Angst unbeschreiblich große Angst, dass diese Gefühle niemals mehr weg gehen würden, dass das nun mein Leben ist und es für immer so sei. Es kostete mich alle Kraft in so einem hoffnungslosen Gefühl dennoch weiter zu machen und nicht einfach mein Leben zu beenden.
Und heute heute weiß ich, was ich damals gebraucht hätte. MICH. Ich würde, wenn ich könnte einfach nur so gerne zurück reisen. Oder sagen wir anders, ich tue es. Ich tue es jeden einzelnen Tag und umarme dieses wundervolle Mädchen. Küsse und kuschel sie. Halte sie ganz lange im Arm, so dass sie sich bei mir entspannen kann.
„Ich liebe dich“ flüstere ich ihr zu. Ganz leise und sacht. „Es tut mir so leid, was ich dir alles angetan habe, weil ich dir nicht vertrauen konnte, weil dies damals einfach nicht ging.“
und dann sitzen wir zusammen da, spüren wie sich alles fügt.
Wie alles Sinn ergibt, was ich an Gefühlen und Wahrnehmung wahrgenommen habe aber es eben einen Menschen in jeder Familie geben muss der so unfassbar mutig ist wirklich hinsehen und dem Schmerz begegnen zu wollen.
Ich bin nicht schwach.
Ich bin stark, mutig.
Ein unfassbar mutiger Mensch und das nicht, weil ich etwas mutiges tue, sondern weil ich mich jeden einzelnen Tag meinen Gefühle stelle.
Weil ich nicht mehr funktioniere, sondern weil ich lebe.
Weil ich mein Leben und die Menschen um mich herum wirklich liebe.
In meinem ganzen Körper das Leben fühle und spüre und nicht den einfachen Weg gehe sondern mich hinstelle, mich in meiner Verletzlichkeit zeige, Ungerechtigkeiten anspreche und aufdecke, meine Werte habe und diese vertrete und einfach nur so unfassbar gerne ich bin.
In diesem Körper als dieses Wesen.