Wer nicht sehen und hören will, verbietet sich das Fühlen.

Immer wieder sehe, höre und treffe ich auf Menschen die das Gefühle in sich tragen nicht „genug“ zu sein und wenn wir ganz ehrlich zu uns selbst sind, befindet sich das Gefühl fast in jedem Menschen.

Dieser Wert oder diese Wertlosigkeit die wir in uns selbst fühlen, hat eine Geschichte und sie ist nicht nur eine, sondern viele Generationen alt. Wir greifen, im Bezug auf uns selbst aber auch bei unseren Kindern, auf die alt bekannte Erziehung zurück, die fast ausschließlich aus „Trauma“ besteht.

Trauma deshalb, weil wir in der Tiefe unseres menschlichen Seins so gebrochen, verstümmelt und von uns selbst abgetrennt wurden, dass wir absolut nichts haben auf das wir wirklich, an wertvollen Erfahrungen zurück greifen können. Da ist Angst. Da ist Misstrauen. Da ist Wut und Verunsicherung und um das alles nicht fühlen zu müssen , haben wir als Kind entschieden uns von unseren eigenen Gefühlen abzutrennen um funktionieren zu können.

Das ist unser Erbe, das in jedem Menschen lebt und weil wir uns dessen nicht bewusst sind und weil wir es nicht fühlen oder fühlen wollen spüren wir es nicht einmal.

Wir spüren es dann wenn unsere Kinder nicht funktionieren. Wenn sie wütend und bedürftig sind. Wenn sie schreien, streiten, wenn sie mit uns spielen möchten oder wir Konflikte lösen sollen. Dann spüren wir die Ladung die in uns lebt. Die wir kaum aushalten noch halten können. Dieses genervt sein. Diese ganze Menge an Energie die wir herausschreien müssen oder wir das Kind am Arm packen, es ignorieren und bestrafen. Das alles hat aber nichts mit unserem Kind zu tun. Denn das alles lebt in dir und du lässt es aufgrund deines Verhaltens sichtbar werden.

Es hat ausschließlich mit uns zu tun und es sind unsere Kinder die in uns diese Gefühle, welche wir nicht verarbeitet haben, hervorrufen. Wir reagieren dann mit Erziehung darauf, weil wir nichts anderes in petto haben, weil wir uns nicht vorstellen könnten von unseren Kindern zu lernen. Weil wir uns nicht vorstellen können, dass sie noch diesen „Schatz“ an „Verbundenheit zu sich selbst“ in sich tragen auf welchen wir nicht mehr zugreifen können und sich selbst mit ihren Gefühlen ernst nehmen.

Das entsteht immer dann, wenn eine Generation nicht fühlen will. Wenn eine Generation die eigenen Probleme zu denen des Kindes machen. Unser Kind kann nicht mehr tun als uns den Spiegel vorhalten, dass hier gewaltig etwas schief läuft und wir haben dann die Möglichkeit, mit einem Therapeuten oder Coach diese Momente genauer zu durchleuchten und evtl. auflösen zu können. Dadurch hast du mehr Handlungsalternativen und dein Kind muss nicht ständig die Energie aufbringen um Mama oder Papa zeigen zu müssen, dass nicht bei ihm, sondern bei seinen Eltern etwas im Gehirn und Nervensystem, falsch vernetzt ist.

Der Schmerz der in uns liegt und den wir bis heute nicht aufgelöst haben, kommt aus den Weltkriegen, aus der NS Zeit, aus Suiziden in der Familie, Krankheiten, Hungersnöten, Unterdrückung usw.

Um das geht es. Um das müssen wir uns kümmern, denn stell dir vor, deine Mutter oder dein Vater musste als Kinder Hunger erleiden, schwer arbeiten, die Grundbedürfnisse wurden nicht gedeckt, es starb die Mutter, der Vater, ein Geschwisterchen oder was auch immer im Leben passieren kann wie sollen sie Verständnis für einen weinenden Säugling oder streitende Kinder haben, wenn sie ihren eigenen Schmerz bis jetzt nicht verarbeiten konnten?

Wie wird in unserer Gesellschaft damit umgegangen? Sprechen wir darüber? Können wir einmal nicht funktionieren um dem Schmerz der in uns lebt, zu begegnen? Ich glaube nicht und früher erst recht nicht. Eine Zeit für die Trauer ist akzeptabel aber dann sollte alles wieder seinen gewohnten Gang gehen. Nur durch das wegdrücken der Gefühle, durch das Leben aufgrund unserer Traumatisierungen können wir das Leisten was wir täglich leisten und genau deshalb konnten unsere Großeltern unsere Eltern und unsere Eltern uns nicht sehen und wir schaffen es nicht unsere Kinder zu sehen und sein zu lassen, wenn wir uns nicht mit uns selbst und unserem „Inneren Erleben“ beschäftigen.

Das ist die Bürde die fast in jedem Menschen lebt und die wir nicht da sein lassen können.

Es geht um deine Angst.

Es geht um deine Scham.

Es geht um deine Wut und Traurigkeit.

Es geht um deine Unsicherheit und dein fehlendes Vertrauen.

Es geht um deine Verletzlichkeit, die du einst aufgrund deiner Unverbundenheit, als Kind hast gehen lassen müssen.

Doch wir können etwas tun. Wir können daran arbeiten. Wir können uns verändern und damit uns selbst, unsere Liebsten und die Welt neu entdecken. Neu sehen. Neu verstehen. Wir kommen raus aus der Reiz-Reaktionsmaschine, rein in unsere eigene selbst wählbare Freiheit.

Melde dich bei mir, wenn ich dich auf deinem Weg begleiten darf ❤️

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